Connewitz, ist geworden.
Danke an die „Autonomen Antifas“ für den Beitrag „Connewitz, was ist aus dir geworden!?“, damit habt ihr mal eine Möglichkeit geschaffen fern von Instagram, Twitter usw. auf eure Aussagen und Erklärungen zu reagieren. Für die Moderation, Links im Artikel zu Indymedia-Beiträgen, knack.news (gerade nicht zu erreichen, daher noch Archive.org – Links im Beitrag), noblogs usw. sind direkt verlinkt, alle anderen Links in den Fussnoten, in der Hoffnung der Artikel bleibt nicht im Openposting.
Motto einer Generation? – „Inhalte überwinden“
Ihr schreibt:
Die Ausgangslage schien klar – zumindest wurde sie uns in Connewitz über Wochen so vermittelt: Ein angeblicher Anti-Antifa-Aufmarsch stehe bevor. Entsprechend lief die Mobilisierung an, wie man sie kennt. Zubringer-Demo, mehrere angemeldete Kundgebungen, Demoticker, Ermittlungsausschuss. Alles wie immer. Und doch war dieses „wie immer“ diesmal ein Trugschluss.
Wieso dies kein „Trugschluss“ war, sondern das Ergebnis der Handala und Lotta – Mobilisierung, die keinen Zweifel daran gelassen haben, dass sie jeglichen Strukturen, Gruppen, Personen und Projekten in Connewitz absprechen irgendwie „links oder antifaschistisch“ zu sein. Weiter behauptet ihr:
Ihnen wurde – pauschal wie selektiv – Antisemitismus, Autoritarismus und eine Nähe zu reaktionären Ideologien vorgeworfen. Anstatt diese Vorwürfe offen, differenziert und solidarisch zu diskutieren, wurde ein Feindbild aufgebaut, das vor allem eines leistete: die Legitimation für eine massive Mobilisierung gegen links.
Eine „Feindschaft“ wurde von den mobilisierenden Gruppen der »Antifa means: Free Palestine« – Demo beschworen und immer wieder aufs neue befeuert, all dies ist auf den entsprechenden Instagram / Twitter-Accounts nach zu lesen, wieso ihr darauf mit keiner Silbe eingeht, bleibt unverständlich. „Pauschal“ waren die Vorwürfe und die Kritik an der Demo und den unterschiedlichen Aufrufen nach Leipzig zu kommen nicht. Die Möglichkeit einer „differenzierten und solidarischen“ Diskussion, wie ihr sie fordert, sind weder die aufrufenden Gruppen der Demo, noch ihr als „Autonome Antifas“ nach gekommen.
Hier eine Sammlung von Beiträgen und Texten auf die ihr, auch nachträglich, noch immer eingehen könntet, würde es um eine Diskussion unter „Linken“ gehen (was zugegeben schwierig ist, wenn immer wieder erklärt wird „xy sind keine Linken!“; „Alles Faschisten in Connewitz“…):
| Linke Orte schützen – am 17. Januar nach Connewitz! | Antifaschistische und Antinationale Solidarität am 17.01 | 10 Jahre nach dem Neonazi-Angriff – „Das alte Connewitz ist nicht mehr.“ | Handala Leipzig – Antifaschismus ohne Mehrwert | Für ein autonomes Connewitz – gegen den antizionistischen Hassmarsch | Wann haben wir verlernt, einander zuzuhören? | Aufmarsch der Antisemiten | Von hier an blind – was wir verkacken und was wir bräuchten | 17. Januar: Kein Raum für Antisemit*innen in Connewitz! | Statement zur Demo am 17.01. in Connewitz | Stand together against the backlash in the Radical Left – 44. Antifa goes to Connewitz! | Prozionistische Antideutsche vs. antizionistische Prodeutsche? – Eine Zeitreise anlässlich der antisemitischen Demo in Connewitz | Das allerletzte Gefecht | Stellungnahme des linXXnet zur Mobilisierung am 17. Januar in Leipzig-Connewitz | Antifa heißt reflektieren, diskutieren und streiten | Linke und antifaschistische Räume verteidigen! | Antifa means: Free Palestine – What da Fuck? |
Autonome aus Leipzig:
| Tattoo-Studio von Nazis angegriffen! Freiheit für Maja! | Solidarität mit dem kurdischen Volk | Der 17. Januar in Leipzig Connewitz | Auto von Weichreite belüftet und tiefergelegt | 10 Jahre später: Leipzig ist wieder Randale-Meister! |
Mit der Beamtin der Landesdirektion nach Connewitz
Schon allein die Tatsache, dass im Vorfeld gemeinsam mit Parteien wie Grünen, SPD, FDP und anderen Vertreter*innen der Staatsräson mobilisiert wurde, hätte jedem autonomen Antifaschisten zu denken geben müssen.
Ihr meint die Kundgebung in der Selnecker Str. an der 30-40 Personen teilgenommen haben, ist die „große gemeinsame Mobilisierung zur Staatsräson“ der autonomen Antifa? Woran macht ihr das eigentlich fest, an Likes auf Instagram oder wieso ist das so bedeutet, dass ihr es sogar fett hervor hebt?
Wie bewertet ihr denn die Mobilisierung bzw. Demo-Anmeldung von Handala mit zwei Personen, die für die BSW-Fraktion im Leipziger Stadtrat arbeiten, einer Fraktion die regelmäßig mit Faschisten und CDU („Staatsräson“) paktiert und die Hand hebt {1}?
Mitte Dezember 2025 löst Handala seinen eingetragenen Verein auf, im Anschluss darauf wird die Demo in Connewitz angemeldet, ein paar Wochen später wird sie erst öffentlich beworben (so ein Verhalten erinnert irgendwie schon leicht an so manch rechte Mobilisierung in Leipzig in den vergangenen Jahrzehnten, aber kann auch alles nur „Zufall“ sein). Dann wird bekannt, dass die Anmelderin fürs BSW arbeitet und selbst an Angriffen beteiligt ist. Die neue Versammlungsleiterin der 17. Januar – Demo, kommentiert erst den Artikel im kreuzer (Wieso? Antwort, weil sie als stellv. Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen von „MERA25“ sich sowieso sehr gerne und eindeutig im Internet äußert {2}), dann stellt sich raus, dass sie seit 16 Jahren Beamtin der Landesdirektion Sachsen in der Braustraße ist (jene Landesdirektion, die von den erklärten „Rassist*innen“ und „Faschist*innen“ aus Connewitz mit Geflüchteten aus der HTWK-Turnhalle nach dem rassistischen Mob-Angriffen in Heidenau 2015 via Demo, angemeldet von Juliane Nagel, aufgesucht wurde {3}).
Was denkt ihr als „autonome Antifaschisten“ und beteiligte an der Handala/Lotta – Demo denn darüber?
Wir würden uns verarscht fühlen nach allem was Handala und Lotta so geschrieben und erklärt haben vor und nach der Demo. Natürlich ist es Bullshit vom ZDF-Journalisten {4}, dass sie als Versammlungsleiterin und Beamtin der Öffentlichkeit zum Fraß vorgeworfen werden kann. Über die Problematik, dass Journalist*innen in Leipzig mit persönlichen Daten von Demo-Anmelder*innen versorgt werden und von Journalist*innen zu Hause aufgesucht werden, wurde in der Auswertung zum „Tag X“ (Archive.org) 2023 bereits eingegangen (eine einzige Stadträtin aus Leipzig hat dazu nachgefragt, wie das sein kann, Juliane Nagel {5}).t
Leider ist immer noch nicht davon auszugehen, dass in Leipzig „Linke“ nach dem 17. Januar, egal in welchen Spektrum sie sich nun verorten mögen, über ihre „Kontakte“ und (freundschaftlichen) Verhältnisse und Beziehungen zu Journalist*innen sich ernsthafte Gedanken machen würden.
Ihr habt Sorge, dass ihr vielleicht selbst mal in den medialen Fokus geratet oder das Videos und Fotos von euch und euren Gefährt*innen von Repressionsbehörden verwendet werden, dann überdenkt doch euer Verhältnis und das eurer Freund*innen gegenüber („linken“) Journalist*innen einfach und lasst das Reden mit denen sein.
Das Feindbild schien im Vorfeld klar benannt – doch stattdessen konnten sich Altherrengruppen wie die AG aus Halle/Saale ungestört in unserem Viertel präsentieren. Spätestens bei ihrem Redebeitrag, der sich offen polizeifreundlich zeigte, hätte es Interventionen geben müssen. Dass dies ausblieb, sagt viel über den politischen Zustand des Viertels an diesem Tag aus.
Besonders bemerkenswert ist dabei die historische Ironie: Genau diese Gruppe beteiligte sich in Connewitz an jenem politischen Muster, das sie Anfang der 2010er Jahre noch selbst kritisierte. In ihrem damaligen Text „Volksgemeinschaft gegen rechts“ wandten sie sich gegen die erfolgreiche, aber politisch entkernte Massenmobilisierung gegen den Nazigroßaufmarsch in Dresden – wo „alles mobilisiert wurde, was Beine hatte“.
„Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh“
Richtig, seit Jahrzehnten kommen die „kleingeistigen Hallenser Antifagruppen“ und Bahamas-iten regelmäßig nach Leipzig, wenn sie sich in ihrem „Kühe-Schweine-Ostdeutschland“ – Kaff in Halle langweilen. Sicherlich haben sie sich gefreut, dass ihr soweit in ihren Texten gesucht habt, bis ihr ein passendes Pamphlet für eure Argumentation gefunden habt. Dabei hättet ihr gar nicht soweit zurück schauen müssen, ein Verweis auf ihren Text nach der Urteilsverkündung im Antifa Ost – Verfahren 2023 oder ihre Treue gegenüber der Bahamas-Redaktion, hätten es eigentlich auch getan, kurzum, seit Jahren will niemand diese heulenden Krauts in Leipzig haben.
Dass Organisationen, die offene Angriffe auf antifaschistische Solidarstrukturen fahren, in Connewitz keinen Widerspruch erfahren, markiert einen politischen Dammbruch.
Richtig, dies trifft auf Handala und all jene die zur Demo aufgerufen haben, ebenfalls zu. Denn offene Angriffe gegen die antifaschistischen Solidarstrukturen in Leipzig gab es von Handala und den erklärten „Antiimperialist*innen“ auch schon bevor ein Nova-Nicki im Prozess in Dresden getragen wurde. {6} Dies, liebe „Autonomen Antifas“ (als erklärte Antifas aus Connewitz solltet ihr das eigentlich auch wissen) war der Grund für die Gegenmobilisierung zu eurer Handala-Demo, der „offene Angriff auf antifaschistische Strukturen“ in Connewitz, einen Widerspruch irgendwo in eurem Text, findet sich leider nicht.
Parlamentarismus ist scheiße, außer für meine Partei, die hat auch immer Recht…
Erschreckend war auch, wie wohl sich an diesem Tag parlamentarische Kräfte fühlten.
Wirklich erschreckend, wie wohl sich die parlamentarischen Kräfte des BSW-MERA25-MLPD-RKP-DKP-KP-Linke-Handala e.V. – Aufmarsches fühlten…, von allen beteiligten K-Gruppen, die gerne revolutionäre kommunistische Avantgarde-Partei oder deren Vorfeld seien wollen, ganz zu schweigen.
SPD, Linkspartei, Grüne, FDP – sie alle waren sichtbar präsent, eingebettet in einen Protest, der sich antifaschistisch nannte, aber keinerlei Bedrohung für bestehende Machtverhältnisse darstellte.
Bekanntermaßen stehen wir nämlich bei jeder „antiimperialistischen/revolutionären Demo“ in diesem Land ganz kurz vor der proletarischen Weltrevolution. Weder ging es bei der Handala-Demo um die Menschen in Gaza oder Israel, noch um die Bedrohung „bestehender Machtverhältnisse“ in Deutschland. Das Ziel der Demo war einzig und allein ein Angriff auf linke und antifaschistische Strukturen in Connewitz, der Gegenprotest war daher hauptsächlich auf die Abwehr dieses Angriffes ausgerichtet. Dies zeigte sich schon daran, dass der überwiegende Teil beim Abzug der Handala/Lotta – Demo entweder nach Hause ging, sich den Schutz von Projekten widmete und eben nur ein geringer Teil („Altherrengruppe“) der Gegendemo Handala/Lotta bis in die Innenstadt begleitete.
Bullengewalt und Repression für alle, die sie fordern.
Währenddessen konnte sich der Gegenprotest problemlos vermummen, ohne Repression fürchten zu müssen – ein Privileg, das sonst konsequent durch Repression bestraft wird.
Dieses Bedürfnis seit einigen Jahren unter Linken sich Repression für andere Menschen zu wünschen, sei es für andere Linke oder Faschos, ist einfach nur zum kotzen. Entweder habt ihr was gegen Repression und Cops und wollt das niemand von denen drangsaliert, geschlagen und ermordet wird oder eben nicht. Falls nicht, ist euch auch nicht mehr zu helfen.
Der 17. Januar in Connewitz
Am Vorabend hing die Vorhut der Handala-Demo ein Transparent mit dem Text „FROM IRAN TO GAZA ENGHELAB INTIFADA“ (dazu wurde ein Beitrag auf Indymedia veröffentlicht, den die Moderation gesperrt hat, aber so einiges über Teilenehmer*innen der Demo aussagt) in der Mathildenstraße in Connewitz auf, also auf der ursprünglichen Route der Handala/Lotta – Demo. Die Fascho-Streamer, die wie erwartet recht zahlreich vertreten waren, bewegten sich hauptsächlich auf dem Connewitzer Kreuz, entweder zwischen den jeweiligen Demos oder hauptsächlich auf der Handala/Lotta – Demo. Nachdem Sebastian Weber einen Antifaschisten attackierte, konnte er Interviews bei Handala führen {7}. Überhaupt schienen die meisten Fascho-Streamer sich sicherer in oder in der Nähe der Handala/Lotta – Demo zu fühlen als ausserhalb. Dies erklärte sogar der langjährige Neonazi Sebastian Schmidtke am Tag immer wieder, auch bei der „Free Maja“ – Demo in Leipzig äußerte er sich ähnlich. Auch Peter Trautmann fühlte sich auf der Handala/Lotta – Demo ziemlich sicher und lief mit. Nachdem seine letzten Connewitz-Besuche ihn mehrmals den Boden küssen ließen, hatten mit seinem erscheinen wohl die wenigsten gerechnet, aber zu befürchten hatte er von den „wahren Antifaschist*innen“ auf der Handala / Lotta – Demo auch nichts.
Die Cops sprechen von über 3000 Menschen bei den Demos in Connewitz, laut den Veranstalter*innen der Handala/Lotta – Demo, denn Propaganda will gelernt sein, waren angeblich fast alle Menschen am dem Tag auf ihrer Demo. Die Route durch Connewitz wurde nicht gelaufen, Handala/Lotta erklärten, dies wurde ihnen „Verboten“, Cops und Stadt behaupten, sie hätten sich darauf mit ihnen geeingt.
Egal, denn die Verschwörungstheorie, dass diese „Antideutschen“ aus Connewitz, die Leipziger Bullen und der Innenminister Schuster, der auch vor Ort war, unter einer Decke stecken, ist natürlich am plausibelsten als das Handala vor den Bullen eingeknickt ist, so viel zum „Angriff gegen den Staat“ oder die „Machtverhältnisse“ dieser antiimperialistischen Volksfront. Die erklärte enge Bande zwischen „antideutschen Antifas“ und Polizei muss wohl vermutlich bei einer der mehr als 90 Hausdurchsuchungen der letzten Jahre in Leipzig, vornehmlich in Connewitz, entstanden sein {8}. Ein offenes Geheimnis ist zudem auch der sehr große Fanclub in der Leipziger Polizei gegenüber Connewitz und Juliane Nagel, was liegt also näher als der „Schulterschluss“ zwischen Cops, Sachsens-Innenminister und der linken Szene in Connewitz gegen Handala und Lotta?
Endlich wieder Spieltag
Zu gefallen wussten an dem Tag die roten Ex-Genoss*innen aus Leipzig {9}, wie ihr versucht habt die Atmosphäre aus den Stadien der Stadt in die Demo zu tragen, war grandios. We love it! Nur eure Lautstärke und Inbrunst ließ noch zu wünschen übrig und ihr habt wohl auch vergessen, dass ihr auf die Trommel hören sollt (hoffentlich bekommt ihr eine Nachschulung bei der Ultra Youth). Ihr solltet unbedingt nachbessern oder im Stadion bei kommenden Spieltagen auf Abstand zu den Ultras bleiben, das gibt sonst nur ärger. Auch sehr stark, wie ihr nicht nur Teilnehmer*innen von Gedenkdemos wie in Zwickau gefährdet und auf die Organisator*innen dort scheißt, sondern dieses Auftreten auch am 17. Januar teilweise an den Tag gelegt habt, aber auch hier wäre noch mehr drin gewesen, nur Mut, liebe Ex-Genoss*innen, auch auf einer Handala – Demo solltet ihr mehr euer eigenes Ding machen. Zu bemängeln ist zudem, dass nur eine Fackel angemacht wurde in Connewitz, was für eine Enttäuschung, ja und ein bisschen Rauch in der Innenstadt. Dafür, dass Connewitz „in den Farben Palästinas“ geleuchtet haben soll, wie die Moderation erklärte, war es Insgesamt doch recht mau. Auch die rote Fahne von Mike (Archive.org, wo waren eigentlich die Täter vom Solinetz/kommunistischen Aufbau?) hätte noch viel größer sein müssen. Auch die Performance von „Flora für alle“ war ausbaufähig und sorgt für Punktabzug in der Gesamtbewertung bei Handala/Lotta.
Selbstkritik, nicht unter Antiimperialist*innen
Weder im Beitrag der „Autonome Antifas“, noch sonst findet sich eine selbstkritische Auswertung / Auseinandersetzung zum 17. Januar in Connewitz. Anders im „antideutschen Spektrum“, nicht nur vor den Demos, im Nachgang zu Parolen und den Texten aus Halle und Berlin {10}, sogar an der Musikauswahl, gab es Kritik. Vergleichbares findet sich bei den Teilnehmer*innen der Handala/Lotta – Demo nicht. Da reisen die „Befrei*innen vom Zionismus“ nach Connewitz aus des gesamten Bundesrepublik extra an, laufen nicht mal durch den Stadtteil, nicht mal zu den „Tatorten“ und den erklärten „Zentralen der Zio-Nazis“ um sie zu „jagen“ bzw. zu „töten“ und dies sorgt nicht einmal für Manöverkritik?
Connewitz Unbreakable?
Es war schön viele Menschen von Nah und Fern am 17. Januar wieder auf der Straße zu sehen, mit denen viele Jahre antifaschistische und konsequente Praxis in Ostdeutschland verbunden sind und waren. Die sich solidarisch mit dem Stadtteil, den adressierten/angegriffenen Strukturen und Personen gezeigt haben. Die trotz unterschiedlicher Positionen zu „Nahost“, Kritiken und Erfahrungen mit (erklärten) „Antideutschen“, gesehen haben worum es Handala und Co. bei ihrer Demo eigentlich ging.
Ernüchternd waren zum Teil die halbgaren Positionierungen im Vorhinein (siehe RSL) oder gar keine Aussagen von jenen, die die vorhandenen Strukturen im Stadtteil gerne nutzen oder von ihnen profitieren, aber es bevorzugten zu schweigen. Besonders auffällig ist dies bei den grün-weißen Sportfreund*innen der Fall gewesen.
Die Demos ziehen weiter, aber Israel hat Schuld.
Was bleibt nach dem 17. Januar? Wenn den Aussagen von Handala geglaubt wird, ist alles geklärt, Connewitz gehöre jetzt ihnen, es sei zudem nun das „palästinasolidarischste Viertel von ganz Leipzig“. Damit sollte eigentlich alles geklärt sein? Wobei, nachdem die Angriffe auf Rojava wieder zugenommen haben, kam es auch in Leipzig wieder zu mehreren Demonstrationen. Bei einer dieser Demos am 19.1., kam es zu Auseinandersetzungen mit Anhängern des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al‑Scharaa und zu einer Sachbeschädigung des Al Jazeera Restaurant im Leipziger Osten. In der Logik von Handala und Co., gibt es Rassismus und Angriffe auf Muslime jedoch nur ausgehend von „weißen antideutschen Zio-Nazis“ aus Connewitz. Schon jene Referent*innen mit kurdischer und ezidischen Perspektive wurden im Februar 2025 im Leipziger Osten aus der Antiimp-Perspektive als „antideutsch“ gelabelt {11}.
Eigentlich nur eine Frage der Zeit bis alles was im Leipziger Osten geschieht auf die Kappe von „Rassisten“ in Connewitz geschoben wird, wieso also nicht auch die Beschädigung des Restaurants, die eine erneute Handala-Demo in Connewitz „notwendig“ machen?
Bei einer weiteren Demonstration in Solidarität mit Kurdistan, durfte Handala dann eine Rede halten, etwas von ihrer angeblichen „Solidarität“ mit Kurd*innen erzählen und für alles natürlich Israel die Schuld geben. Am Abend des 26. Januar kam es dann zu einem mutmaßlich islamistisch motivierten Messer-Angriff auf Kurden in Leipzig {12}. Die obligatorischen K-Gruppen der Stadt solidarisierten sich und erklärten: „Denn es wird gezielt versucht {von wem?} diesen Krieg als ethnischen Konflikt zwischen Kurden und Arabern aufzubauschen und diese gegeneinander aufzubringen.“
In der Welt der K-Gruppen gibt es Rassismus nur bei „Weißen“, ob Menschen in Syrien oder jetzt hier in Deutschland lebend davon sprechen, dass ihre Stadt oder Dorf noch nicht von „Kurden“ gesäubert wurde, aber „hoffentlich bald“, wird als Bedrohung nicht einmal ernst genommen. Stattdessen gibt es eine „gezielte und geplante“ Steuerung von den „Herrschenden da oben“, die dafür verantwortlich seien, wenn Menschen in Leipzig sich mit Messern bewaffnet dafür entscheiden jagt auf Kurd*innen zu machen.
Damals wie heute gut zusammengefasst:
PS: „Banner wie das der „Wessi-Antifas“ von der ehemaligen Antifa Klein Paris machten deutlich, dass man mit den Zuständen in Connewitz offenbar zufrieden ist.“
Dieses Banner war nicht von der „ehemaligen Antifa Klein-Paris“, denn würdet ihr eine Ahnung von dem haben, was die Praxis dieser Antifa-Gruppe ausgemacht hat {13}, wüsstet ihr das Satire und Klamauk nicht dazu gehörten. Das „Wessi-Banner“ richtete sich an solche Jasons aus NRW {14}, wie ihr sie nach Connewitz geschleppt habt. Aber vielleicht freut es euch, dass ihr mit eurer „Kritik“ am „Wessi-Banner“ einer Meinung mit der Altherrengruppe wie der AG aus Halle/Saale seid. {15}
{1} https://kreuzer-leipzig.de/2026/01/16/leipzig-bsw-stadtrat-handala-verfassungsschutz – noch ein Hinweis zum Artikel im Stadtmagazin „kreuzer – Leipzig.Subjektiv.Selektiv.“ [sic], der kreuzer hieß ursprünglich Connewitzer Kreuzer, entstand 1990 aus dem Stadtteil, dies wird von den neuen roten Geschichtsrevisionist*innen (Archive.org) auf Stadtteilrundgängen sicherlich nicht erzählt
{2} https://threadreaderapp.com/thread/2014997297071788138.html / https://threadreaderapp.com/thread/2015446839277830542.html
{3} https://www.l-iz.de/leben/gesellschaft/2015/08/bleiberecht-bis-freitag-und-demo-mit-gefluechteten-104319
{4} https://www.zdf.de/play/dokus/frontal-die-doku-100/nahostkonflikt-linke-proteste-leipzig-connewitz-100
{5} https://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig_public/vo020?VOLFDNR=2011701&refresh=false
{6} Es ist so dermaßen bescheuert, was erklärte „antiimperialistische Linke“ heute ins Internet quatschen über Repression gegen Antifas im Osten, über Menschen die im Knast sitzen. Das ein „Antideutscher“ hier noch die „stabilsten Kommentare“ zu dieser Männer-Runde über Lina und die anderen Antifas äußert, war beim Verfall „antideutscher Gruppen“ nicht zu erwarten: https://www.youtube.com/watch?v=7A6XITXcyvI
{7} Mehrmals wurde eine Person mit „Top Gun“-Basecap, die ein Banner von Handala in der Hand hielt darauf hingewiesen, wer Sebastian Weber ist, die Person wollte trotzdem mit dem AfDler sechs Minuten lang über „Zionismus“ reden, damit der Quatsch von youtube nicht verlinkt werden muss, die wurde auch hier dokumentiert: https://jungle.world/artikel/2026/04/antizionistische-demo-handala-connewitz-ist-nicht-verloren
{8} https://jungle.world/artikel/2025/18/hausdurchsuchungen-bei-linken-wenn-der-rammbock-rumst
{9} Eure Drohung ist angekommen: „Genießt alle ruhig euren kleinen Höhenflug am Samstag, denn eure Zeit läuft ab. Die sozialistische, antiimperialistische Bewegung in Deutschland ist schon mit ganz anderen Gegnern fertig geworden als mit euch!“ – https://rotewendeleipzig.org/es-wird-langsam-zeit-sich-zu-der-scheisse-hier-zu-aeussern/
{10} FAZ: „“Den Schlag mit dem Fahrradschloss will ich gar nicht entschuldigen“, sagt Artur. Schließlich seien die propalästinensischen Aktivisten keine „Nazis“, auch wenn sie sich „menschenverachtend“ äußerten. (…) Wer der anderen Seite das Linkssein abspreche, mache es sichzu einfach, findet Artur. Aber dass die andere Seite antifaschistische Arbeit leistet, zweifelt er an. Den Kampf gegen Rechtsextremismus bezeichnet er als ein „Kerngeschäft“ als Antifaschist in Ostdeutschland. Die „K-Gruppen“, in denen sich viele propalästinensische Aktivisten aus anderen Stadtteilen in Leipzig organisierten, seien eher ein „niedrigschwelliges Mitmachding“. Das zeige sich auch daran, dass viele sich öffentlich in den sozialen Medien zeigten, während Antifa-Aktivisten, die sich wirklich mit Rechtsextremen auseinandersetzen, ihre Identitäten schützen müssten. Dass man heute in Leipzig „entspannt ohne Nazis“ leben könne, sei das Ergebnis „erbitterter Kämpfe, um Nazis aus Stadtteilen rauszubekommen“, sagt Artur. Umso absurder findet er es, dass gerade junge, zugezogene Westdeutsche den Connewitzern heute das Linkssein absprechen wollten. „Antideutsch“ als Selbstbezeichnung sei in der früheren Hochburg der Ewegung für viele längst passé. Das Existenzrecht Israels bleibe Konsens, doch von einer bedingungslosen Solidarität habe sich ein großteil der Szene entfernt. Siedlergewalt gegen Palästinenser oder Verbrechen israelischer Soldaten nicht zu benennen, sei unehrlich, sagt Artur. Vielen sei es inzwischen unangenehm, wenn sich Aktivisten vorbehaltlos mit einer Seite identifizierten. So sei nach dem 17 Januar intern auch heftig über Parolen wie „Nie wieder Gaza“ oder „Netanjahu ist ein Antifaschist“ gestritten worden, mit der einige Gegendemonstranten provozierten. Auch über den Genozid-vorwurf gegen Israel werde mittlerweile teils offen diskutiert. Das man sich streiten und „verbal richtig fetzen“ konnte, hat Artur an der linken Szene immer gut gefunden. Mit dem propalästinensischen Lager sei das nicht mehr möglich.“ – oder für alle, die nicht lesen wollen: https://www.twitch.tv/videos/2675409883
{11} https://open.spotify.com/episode/5EZjcOqUskzIkOkoVoyzQg
{12} Spenden-Link im Beitrag https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/leipzig-beratungsstelle-startet-spendenkampagne-nach-angriff-auf-gefluchteten-kurden-50087
erster Artikel: https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/messerangriff-auf-kurden-in-leipzig-50006
Artikel in der LVZ: https://archive.ph/LqpZr
{13} https://www.youtube.com/watch?v=I4NLB7q7Xdg
{14} https://www.mdr.de/investigativ/linke-demonstration-israel-palaestina-100.html – ein echter „Killer“ wie die Genossen aus Sachsen-Anhalt sagen würden: https://www.youtube.com/watch?v=7pDP20M8CMg
{15} https://bonjourtristesse.wordpress.com/2026/01/21/hurra-das-ganze-dorf-war-da/