Braun ist der Mai – rechtes Treffen zum WGT auf dem Südfriedhof

Der Mai begann schon scheiße, zwei Konzerte spielte Frei.Wild in der Arena im Zentrum (https://chronikle.org/ereignisse/frei-wild-konzert-in-leipzig-20260507 / https://chronikle.org/ereignisse/frei-wild-konzefrei-wild-konzert-in-leipzig-20260508rt-in-leipzig-ii) der Stadt. Vorher musste die Band natürlich in Connewitz aufschlagen und sich auf dem Connewitzer Kreuz in Szene setzen.

Was hat die Band mit Connewitz zu tun?

Hintergrund ist ein Vorfall aus dem Jahr 2017 (Artikel unten zu lesen) bei dem zwei Frei.Wild – Fans angeblich nur deswegen verprügelt worden seien, weil sie Fans der Band seien. Doch schon damals wusste selbst die LVZ zu berichten:

„Eine mutmaßliche Zeugin wandte sich gestern anonym an die LVZ und erklärte, die Männer seien nicht wegen der Jacke, sondern „aufgrund ihres provozierenden und aggressiven Auftretens“ angegriffen worden. Sie hätten alkoholisiert ein Pärchen angepöbelt und am Connewitzer Kreuz „White Power“ geschrien.“

Die Band nutzte den Vorfall, wie sollte es auch anders sein, für ihre PR und schrieb sogar einen eigenen Song darüber. Ein eigenes Musikvideo wurde gedreht, natürlich nicht in Connewitz, sondern in Lößnig.

Neuer Song für Connewitz

Seit letzten Wochenende gibt es einen weiteren Song der rechten Szene für Connewitz, dieses mal von BILLY ODAL und Death in Rome.

Diese extrem rechte Band veranstaltete beim WGT ein erneutes „Klassentreffen“ auf dem Südfriedhof und spielte dabei ein Konzert auf diesem vor ihren rechten Anhänger*innen. Bilder und Videos davon veröffentlichte die Band auf ihren Accounts (siehe Bild es Beitrags). Für den Song wurde das Bild einer „Reichsflugscheibe“ gewählt, die ein Wohnviertel angreift.

Für Antifaschist*innen in Leipzig wäre es ratsam sich zukünftig wieder mehr mit der rechten Szene, deren Konzerte und Treffen zu beschäftigen, damit der nächsten Inszenierungen auch entsprechend begegnet werden könnte.

Zur Dokumentation der Text vom antifaschistischen Ladenschlussbündnis vor dem WGT in Leipzig (https://ladenschluss.noblogs.org/2026/05/22/wgt-jedes-jahr-der-gleiche-scheiss):

WGT in Leipzig: Jedes Jahr der gleiche Scheiß – Faschos und NS-Verherrlichung

Nein, das WGT ist kein Neonazi-Festival, und ja, da treten genügend unproblematische, vielleicht sogar politisch progressive Bands auf. Dennoch sind jedes Jahr auch Gruppen eingeladen, die NS-Ästhetik verbreiten oder Verbindungen in die extreme Rechte haben.

Das zieht auch die entsprechenden Besucher*innen an, die das Festival wohlwollend rezipieren. Über das WGT 2025 gabs zum Beispiel einen dreiteiligen Festivalbericht in der Parteizeitung der Freien Sachsen, geschrieben vom NPD-Kader Arne Schimmer. Eine Auseinandersetzung mit solcher Vereinnahmung ist bei den WGT-Verantwortlichen nicht wahrzunehmen. Daher unser Servicepost, um auch dieses Jahr auf problematische Acts hinzuweisen.

Triarii (22.05., Volkspalast)
Ein-Mann-Projekt mit Songs, die der Kunst des NS-Bildhauers Arno Breker gewidmet oder vom Werk der Neonazi-Esoterikerin Savitri Devi inspiriert sind. Eines der Albumcover zeigt eine Reichsadler-Skulptur aus dem NS. Das problematische an solcher Ästhetik wurde bereits mehrfach aufgeschrieben. (1)

Vrîmuot (22.05., Volkspalast)
Projekt mit Verbindungen zu der IB-nahen, männerbündisch/völkischen Gruppe „Wölfe Nordland“. Die “Wölfe Nordland” sind als deutscher Ableger der internationalen neopaganen Gruppe “Operation Werewolf” zu verstehen. Es ist nicht der erste Auftritt von Vrîmuot in Leipzig, bereits 2019 zum rechten Neofolk-Festival „Fire & Sun“ am Schloss Knauthain aufgetreten. (2)

Rome (23.05., Parkschloss)
Aufgrund inhaltlicher Uneindeutigkeiten, wie z.B. Antimodernismus, fragwürdige Bezugnahmen auf ein „geheimes Europa“, Anti-Migration und den Nazi-Fan Ernst Jünger, hat „Rome“ seit Jahren eine große Fanbase in der („neuen“) extremen Rechten und wird auch entsprechend rezensiert. Bisherige Abgrenzungsbemühungen reichen da wohl kaum, die Geister, die ich rief und so weiter.

Death in Rome (25.05., Südfriedhof)
Ein NS-Kriegsverbrecher auf dem Plattencover, Leni Riefenstahl Filme als Musikvideo. „Death in Rome“ haben erst letztes Jahr auf dem WGT gespielt und sind daher dieses Jahr nicht offiziell gelistet, haben jedoch für Montag den 25.05. ihr jährliches „Klassentreffen“-Konzert auf dem Südfriedhof angekündigt. (3) Mit dabei sein wird wahrscheinlich auch „Herr Lounge Corps“, der u.a. Live-Mitglied bei „Death in June“ ist. (4)

Lisa Eckhardt (24.05., agra-Halle)
Passend zum Sound der Rechten ist auch die Kabarettistin Lisa Eckhardt im WGT-Line-Up angekündigt, die mit ihrem „Anti-Wokeness“-Gebrabbel und antisemitischen Witzen bei so einigen Besucher*innen auf offene Ohren stoßen dürfte.

(1) https://ladenschluss.noblogs.org/2013/05/08/runen-und-manner-kunst-ist-kunst-oder-die-normalisierung-faschistischer-asthetik-in-leipzig/
(2) https://lsa-rechtsaussen.net/voelkische-szene-germanische-glaeubige-und-corona-proteste/
(3) https://ladenschluss.noblogs.org/2025/06/06/felsenkeller-saalschlacht-reloaded/
(4) https://periskop.noblogs.org/post/2026/01/27/rechte-neofolk-konzerte-im-leipziger-felsenkeller/

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10.10.2017 LVZ

„Unfassbare Geschichte“ – Musikband Frei.Wild verurteilt Angriff auf Fan in Leipzig-Connewitz

Nach der gewalttätigen Attacke auf einen Frei.Wild-Fan und seinen Bekannten in Connewitz haben sich nun die Musiker zu Wort gemeldet und den Betroffenen ihre Solidarität ausgesprochen. Mit teils drastischen Worten verurteilen sie den Angriff.

Nach dem gewalttätigen Angriff auf einen Frei-Wild-Fan und seinen Begleiter in Leipzig-Connewitz hat sich nun die Band selbst zu Wort gemeldet. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten die Musiker ein Statement, in dem sie die Attacke, bei der ein 25- und ein 37-Jähriger bewusstlos geschlagen wurden, verurteilen.

„Unfassbare Geschichte, die einfach nur bestürzt und traurig macht“, schreibt die Band bei Facebook. Sie hätten bereits „begonnen, ihre Fühler in Richtung Opfern auszustrecken. Wir senden ihnen schon jetzt zusammen mit euch alles nur Erdenkliche an Kraft und Genesung“, heißt es. Gleichzeitig rufen sie ihre Fans auf, Hinweise zu der Tat an die Polizei weiterzuleiten. Die Band schlägt in dem Statement allerdings auch einen sehr drastischen Ton an. So heißt es etwa: „Wer sind die vermeintlichen Nazijäger, diese Freiwild-Hasser, sind sie die SS von 2017?“

Der Beitrag endet mit den Worten „Macht euch endlich alle platt“, Titel eines Liedes, in dem Frei.Wild „Extremisten-Pack“ verurteilt. „Sie wählen brauen und wählen rot“, heißt es dort. In dem dazugehörenden Video sind vor allem Szenen aus den Krawallen rund um den G20-Gipfel in Hamburg zu sehen.
Kritik an Frei.Wild-Texten

Am Samstag waren der 25 und 37 Jahre alte Mann mutmaßlich wegen Fan-Utensilien der Band Frei.Wild in Connewitz angegriffen worden. Ein Mann hatte den 25-Jährigen, der eine Frei.Wild-Jacke und Frei.Wild-Tunnel trug, nach Angaben der Polizei zuerst aufgefordert, die Utensilien abzulegen. Später hatte er mit anderen Menschen auf die beiden Männer, die aus Halle beziehungswiese Kiel kommen, eingeschlagen. Laut Polizei liegt mindestens einer der beiden Schwerverletzten noch immer im Krankenhaus und wird stationär behandelt.

Der Fall schlägt mittlerweile bundesweit Wellen, auch überregionale Medien berichteten darüber. In den sozialen Netzwerken ist der Überfall auf die Rockfans ebenfalls ein Thema, sorgt überwiegend für Entsetzen. Einige, die offenbar der linken Szene nahestehen, äußerten hingegen unverhohlen Sympathie für den massiven Übergriff. „Mein Mitleid für die ,Opfer’ hält sich in Grenzen“, heißt es in einem Twitter-Kommentar. Ein anderer User meinte: „Wer Freiwilds rechten Scheiß hört, kriegt es auf die Ohren.“ Und: „Zuerst wegen Thor Steinar, jetzt Freiwild-Merchandise. Ist einfach keine gute Idee, in Nazi-Dreck in Connewitz rumzurennen. Gibt’s aufs Maul für.“
Opfer schrien angeblich „White Power“

Eine mutmaßliche Zeugin wandte sich gestern anonym an die LVZ und erklärte, die Männer seien nicht wegen der Jacke, sondern „aufgrund ihres provozierenden und aggressiven Auftretens“ angegriffen worden. Sie hätten alkoholisiert ein Pärchen angepöbelt und am Connewitzer Kreuz „White Power“ geschrien.

Die Band Frei.Wild kommt aus der Südtiroler Gemeinde Brixen und wurde wiederholt für angeblich rechtsextreme und nationalistische Texte kritisiert. Deshalb wurde die Gruppe mehrmals von Musikveranstaltungen wieder ausgeladen. Die Band selber bestreitet eine Nähe zu Rechtsextremen.

luc/F.D.

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November 17, 2017 vice

Frei.Wild schlachtet den Angriff auf zwei ihrer Fans aus – in einem Mitgröhl-Song

Es gibt wenige Gründe über einen neuen Frei.Wild-Song zu schreiben. Heute kommen wir aber leider nicht drumherum. Die Deutschrocker aus dem Südtirol verwursteln die letzte grosse News über sie: Im Video zu ihrem neuen Song “Antiwillkommen” stellen sie einen Angriff auf zwei ihrer Fans nach. Dazu dröhnen harte Gitarren und Parolen gegen alle Feinde der Band. Oder wie es Philipp Burger so schön singt: “[Wir] sind und bleiben unangenehm, hart an der Grenze und unbequem.”

Damit spielen sie auf folgenden Vorfall an: Am 7. Oktober wurden ein 25- und der 37-Jähriger in Leipzig angegriffen, laut Bericht der Polizei Leipzig offenbar weil sie Jacken von Frei.Wild trugen. Beide Männer wurden krankenhausreif geprügelt.

Dem jüngeren Opfer wurden sogar die Frei.Wild-Tunnel rausgerissen. Frei.Wild selbst hat sich damals auf ihrer Facebook-Seite bestürzt zu dem Vorfall geäußert: “Wer sind diese vermeintlichen Nazijäger, diese Frei.Wild-Hasser, sind sie die SS von 2017? Mit Gewalt, Raub und Verfolgung gegen jeden der nicht ins eigene Weltbild passt?” Nun widmen sie eben all diesen Frei.Wild-Hassern einen Song.

Der Song-Text selbst ist typisch frei.wildisch stumpf in Vierzeilern verpackt und subversiv verkappt: “Dann bekämpft und dann gewonnen” – könnte darauf anspielen, dass die Band weiter ihr Ding macht, obwohl ihr immer wieder vorgeworfen wird, mit ihren Texten rechtspopulistische und völkische Inhalte zu transportieren.

“Von oben gejagt, doch von unten gewollt” – wie die AfD mag die “elitäre Linke” Frei.Wild zwar nicht, dafür aber das einfache Volk. “Seht ihr die Saat, die hier um uns wächst? Wie sie heilt, und wenn sie will, auch verletzt?” – ein Aufruf zur Gewalt? Alles natürlich reine Interpretationssache.

Der dazugehörige Videoclip, der den Vorfall in Leipzig in bester Akte XY… Ungelöst-Manier nachstellt, ist nicht weniger mit (un)durchsichtigen Symboliken übersät. Einer der Angreifer trägt eine Jacke der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, die sich dem Kampf gegen Walfänger und Robbenjäger verschrieben hat. Einer kleinen Frei.Wild-Fangruppe, die sich am Ende zu einer Faust-in-die-Luft-Masse zusammen tut, weht es Zeitungsseiten entgegen, später müssen sie gegen einen Wasserwerfer kämpfen – was mehr aussieht wie eine lustige Gartenparty.

Etwas Produktplatzierung darf auch nicht fehlen: Die zwei Schauspieler, die die Opfer spielen, trinken aus einer recht prominent auftretenden Hugo-Flasche. Und um etwas auf die Tränendrüse zu drücken, zeigen Frei.Wild zum krönenden Abschluss noch die zwei echten Jungs, die in Leipzig verprügelt wurden.

Zur Prügel-Attacke in Leipzig gibt es bislang keine neuen Erkenntnisse. Auf Anfrage von Noisey erklärt die Staatsanwaltschaft Leipzig, dass die Ermittlungen weiterlaufen, sie jedoch keine weitere Auskunft zum Fall oder den Tätern geben kann.

Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger will jedoch bereits jetzt wissen, aus welcher politischen Ecke der Angriff kam: Dem österreichischen Lokal-Portals Unser Südtirol gegenüber bezeichnet er die Täter als “linksautonome Freiheitskämpfer”.