Unternehmer und Höffner-Gründer Krieger spendet 18.000 Euro an die AfD

In Chemnitz zerlegte sich 2025 die Stadtratsfraktion der rechten Partei inmitten von Korruptionsvorwürfen. Nun erscheint in einem Rechenschaftsbericht eine fünfstellige Zuwendung – und wirft neue Fragen auf.

Für Kurt Krieger dürften 18.000 Euro weniger als Peanuts sein. Der Berliner Unternehmer und Immobilieninvestor gründete die Möbelkette Höffner. Sein aktuelles Vermögen schätzt das US-Magazin „Forbes“ auf 1,1 Milliarden Euro.

Für lokale Parteiorgane der AfD hingegen dürften 18.000 Euro einen relevanten Betrag ausmachen. 2024 spendete die Krieger-Firma CMC Center Management GmbH diese Summe an die Rechtspartei. Das geht aus dem Rechenschaftsbericht der AfD hervor, den die Bundestagsverwaltung veröffentlicht hat. Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) ging die Spende an zwei Parteigliederungen, darunter an den Kreisverband Chemnitz.

Dass Unternehmer offen an die AfD spenden, ist selten – zumal solche, die wie Krieger auf ihr Image bedacht sein müssen. Weniger als eine Handvoll solcher Namen tauchen im Rechenschaftsbericht auf, in dem alle Spenden ab 10.000 Euro verzeichnet werden. Der Lübecker Medizintechnik-Milliardär Winfried Stöcker ist eine Ausnahme: Er spendete der AfD im vergangenen Bundestagswahlkampf 1,5 Millionen Euro. Auch im Rechenschaftsbericht für 2024 war Stöcker bereits enthalten – mit einem Betrag von 50.000 Euro.

Auf einen Fragenkatalog des RND zur CMC-Spende reagierte Edda Metz, Geschäftsführerin der Krieger-Gruppe, zunächst nur mit einem knappen Satz: „Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu solchen Fragen.“

Hier könnte die Geschichte enden – hätte sich nicht die AfD in Chemnitz im vergangenen Jahr zerstritten. Seitdem gibt es nicht nur zwei konkurrierende Stadtratsfraktionen, sondern auch Vorwürfe der Vorteilsannahme gegen Ratsmitglieder. Krieger kaufte 2023 das ehemalige Kaufhof-Warenhaus im Zentrum. Der Stadtrat beschloss im Januar 2025, dort Teile der Verwaltung unterzubringen – mit den Stimmen von AfD-Abgeordneten.

Der Kreisvorsitzende der Partei, Nico Köhler, hielt einem Teil der Fraktion vor, stark vergünstigte Mieten für Tiefgaragenplätze in Kriegers Immobilie bekommen zu haben. Zudem habe es Parteispenden gegeben. Dem RND wurde nun bestätigt, dass damals von der jetzt verzeichneten Krieger-Spende die Rede war.

Das Portal „Tag24″ hatte die Krieger-Gruppe im April 2025 gefragt, ob Spenden an Parteien oder Stadträte geflossen seien. „Mit Verweis auf den Datenschutz“ verweigerte diese eine Antwort.

Dem RND ist bekannt, dass Krieger vor Jahren in nicht meldepflichtigem Umfang auch andere Parteien unterstützte. Die AfD teilte 2025 auf Anfrage von „Tag24″ mit: „Für alle Spender können wir ausschließen, dass es erwartete und erfüllte Gegenleistungen gab.“

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NDR 05.03.2026

Höffner-Chef schließt Presse von Netzwerktreffen in Rostock aus

Nach Kritik an einer AfD-Spende seines Unternehmens hat Höffner-Chef Kurt Krieger die Presse von einem Unternehmertreffen in Rostock ausgeschlossen. Auch Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger sagt ihre Teilnahme ab.

Bei einem Netzwerktreffen der Rostock Marketing Initiative im Hotel Neptun sollte Möbelunternehmer Kurt Krieger ursprünglich mit regionalen Unternehmern und der Presse über Investitionspläne sprechen – darunter auch konkrete Pläne für eine weitere Höffner-Filiale in Rostock-Schutow. Kurz vor der Veranstaltung wurde jedoch entschieden, die Presse auszuschließen.
Kritik nach AfD-Spende

Vor einer Woche war bekannt geworden, dass Kriegers Unternehmen 18.000 Euro an die AfD gespendet hatte. Die Spende hatte öffentlich für Kritik gesorgt. Ursprünglich war auch die Presse zu dem Treffen eingeladen worden. Am Veranstaltungstag folgte jedoch eine Kehrtwende: Krieger ließ über die städtische Wirtschaftsfördergesellschaft Rostock Business mitteilen, dass Medienvertreter bei dem Treffen nicht mehr erwünscht seien.
Oberbürgermeisterin sagt Teilnahme ab

Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Die Linke) hat ihre geplante Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt. Als Grund nannte sie die AfD-Spende des Unternehmens. „Seine politische Haltung ist keineswegs rechtsextrem, aber wer 2024 mit viel Geld die AfD in Sachsen unterstützt hat, sollte spätestens heute eine klare Distanzierung vornehmen“, ließ sie auf Anfrage wissen.

Im Rathaus verwies man darauf, dass die AfD in Sachsen vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft werde. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) wird laut einem Sprecher seines Ministeriums dagegen wie geplant an dem Treffen teilnehmen und ein Grußwort halten.

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25.02.2026 morgenpost berlin

Geldsegen für die AfD: Berliner Milliardär spendet 18.000 Euro

Berlin. Immer wieder erhält die AfD – wie alle Parteien – große Summen als Spenden. Im Jahr 2024 kam eine davon in Höhe von 18.000 Euro aus Berlin.

Insgesamt knapp über acht Millionen Euro wurden im Jahr 2024 an die sogenannte Alternative für Deutschland gespendet. Das geht aus dem Rechenschaftsbericht der Partei hervor, den der Bundestag vor Kurzem veröffentlicht hat. Ein Teil davon, konkret 18.000 Euro, kommt von der CMC Center Management GmbH – und damit indirekt vom Berliner Möbel-Milliardär Kurt Krieger.

Er dürfte die Summe nicht vermissen, schließlich schätzt das Forbes-Magazin sein Vermögen aktuell auf rund 1,1 Milliarden Euro. Reich wurde Krieger durch das von ihm in Gesundbrunnen gegründete Möbelhaus Höffner, aus dem inzwischen eine der größten Möbelhausketten Deutschlands geworden ist. Rund 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen.

Die CMC Center Management GmbH mit Sitz in Schönefeld betreut die Immobilien der Kette. Im Portfolio befinden sich dazu noch zwei Einkaufszentren: der Elbepark in Dresden und das Chemnitz Center. Geführt wird das Unternehmen inzwischen von Kriegers Tochter Stephanie.

Milliardär über Rechtsaußen-Partei: „Es ist nicht alles falsch, was die AfD sagt“

Im Gespräch mit der „B.Z.“ äußert sich dennoch der Milliardär zu der Spende. Die habe mit seiner politischen Einstellung nichts zu tun – von möglichen Unterstellungen, er stehe der Rechtsaußen-Partei nah, will er nichts wissen. „Ich war als Junge bei den Falken und wollte später Pfarrer werden. Mir eine nationalsozialistische Gesinnung zu unterstellen, ist völlig fehlplatziert“, so Krieger.

Zu weiteren Details will er sich nicht äußern. Aber: „Es ist nicht alles falsch, was die Linke sagt, und auch nicht alles, was die AfD sagt“, erklärt der Milliardär. „In Deutschland sind Parteispenden negativ belegt. Jedem wird gleich versuchte Einflussnahme unterstellt.“