Jugendsünden einer Jugendorganisation
Die Dresdner Neuesten Nachrichten (unten) haben in einem Medienportrait den korporierten Hintergrund des brandenburgischen AfD-Abgeordneten Jean-Pascal Hohm beleuchtet.
Der 29-jährige Hohm wurde am 29. November in Gießen zum ersten Vorsitzenden der „Generation Deutschland“ (GD) gewählt. Die GD ist die Nachfolgerin der im Januar 2025 aufgelösten AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“.
Als Ausgangspunkt der DNN-Recherche diente die von uns veröffentlichte Mitgliedsliste vom 09.06.2020 (als PDF) der „Burschenschaft Salamandria Dresden“, in der Hohm sich als „Fux“ präsentiert. Jean-Pascal Hohm kann kein Mitglied der Salamandria sein, sofern die „Burschenschaft“, die seit 2014 Mitglied der „Deutschen Burschenschaft“ ist, das „akademische Prinzip“ nicht mittlerweile aufgegeben hat, denn der Berufspolitiker Hohm ist kein Akademiker:
„Nach burschenschaftlichem Brauch darf man das eigentlich nur mit abgeschlossenem Studium, und Hohm hat sein Studium an der TU Dresden geschmissen.“
Die Geschichte der „Salamandria“ als 1966 gegründete „DDR-Burschenschaft“ wird in dem DNN-Artikel ebenso beschrieben wie die Mitgliedschaft der „Burschenschaft“ ab 1990 in der Rudelsburger Allianz, deren Archiv wir kürzlich veröffentlicht haben. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Studentenverbindungen unterschiedlicher Prägung, die alle noch in der DDR gegründet wurden.
„In den zwei Jahrzehnten danach wurde die Burschenschaft zum reinen Altherrenbund. […] Beim Burschentag 2014 geht ,der seit der Gründung gehegte Traum, mal eine ‚richtige‘ Burschenschaft zu werden‘ für die Alten Herren schließlich in Erfüllung. So schrieb es Salamandria-Urgestein Werner [Engelmann] später in einem Beitrag für die ,Burschenschaftlichen Blätter‘, der DB-Verbandszeitschrift.
Die Mitglieder des Dachverbandes hatten den Antrag auf Aufnahme in der DB einstimmig angenommen. [Engelmann] versagte bei den folgenden Dankesworten ,vor Rührung die Stimme‘. Man werde sich bemühen, in Dresden nun aktive Studenten (eine ,Aktivitas‘) für die Salamandria anzuwerben, und sie in einem eigenen Verbindungshaus einzuquartieren, versprach er in seinem Beitrag. ,Gegen den Linkstrend in unserer Gesellschaft und die verordnete Zeitgeistkonformität.‘“
Im Jahr 2015 mietete die „Salamandria“ die „Villa Grübler“ in Dresden-Plauen als ihr Verbindungshaus an. Das Haus wurde in den Folgejahren regelmäßig von rechtsradikalen Gruppierungen als Veranstaltungsort genutzt. Am 4. Dezember 2021 sollte dort noch die „Weihnachtsfeier der Jungen Alternative Sachsen und Dresden“ stattfinden. Diese Naziveranstaltung musste allerdings von der sächsischen JA, zu deren Mitgliedern zu dieser Zeit auch der Dresdner Nazistaatsanwalt Mike Ulbricht zählte, kurzfristig wieder abgesagt werden:
„Liebe Mitglieder der JA Sachsen, liebe andere Interessenten, schweren Herzens müssen wir leider unsere für den Samstag in einer Woche geplante Weihnachtsfeier absagen. Grund sind die unverhältnismäßigen Einschränkungen durch das Corona-Regiment der Landesregierung: Touristische Hotelübernachtungen wären nicht möglich. Private Zusammenkünfte von Ungeimpften sind nur noch mit einem anderen Haushalt möglich. Ein Catering wäre nicht möglich. Auch für die gastgebende Burschenschaft würde es ein Risiko bedeuten.“
Im Jahr 2022 verließ die „Salamandria“ ihr Verbindungshaus wieder. Der neue Standort in der Tiergartenstraße 76 in Dresden-Strehlen ist der sächsischen Lokalpresse offenbar bisher nicht bekannt:
Dann, 2022, der Rückzug. Die Salamandria gibt ihre Konstante in der Villa Grübler auf, ohne eine neue Adresse zu nennen. Es ist, nach Jahren im Mittelpunkt der rechten Vernetzung, ein Sprung ins Klandestine. […] Bis heute bleibt eine neue Konstante der Salamandria unbekannt.
Dass der burschenschaftliche Betrieb sich fortsetzt, ist ein Fakt: Erst im Februar 2026 waren mehrere Burschenschaftler auf dem von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerball zugegen. Wie viele rechte Gruppierungen legte man den Opfern der Bombardierung Dresdens in den letzten Jahren Kränze nieder.“
Auch Manuel Schreiber ist Thema, der nicht nur Mitglied der „Burschenschaft Salamandria Dresden“ ist, sondern seit 2023 auch der „Burschenschaft Rugia Greifswald“:
„Auch in der radikaleren Szene bleibt die Salamandria präsent, wenn auch ohne Veranstaltungen im eigenen Haus. 2024 sprach Ex-Junge-Alternative-Funktionär Manuel Schreiber auf einer Konferenz der rechtsextremen Homeland Party in Großbritannien. Schreibers Name fehlt auf der Mitgliederliste von 2020 zwar, doch es existieren Bilder, die ihn in der Couleur der Salamandria zeigen.“
Quelle: https://autonome-antifa.org/breve9899
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Eine Recherche von Jakob Schupp
21.07.2026
Dresdner Burschenschaft Salamandria: Die Studentenverbindung hinter dem AfD-Jugendchef
1966 gründeten Studenten die Dresdner Burschenschaft Salamandria. 60 Jahre später steht mit Jean-Pascal Hohm eines ihrer Mitglieder an der Spitze der neuen AfD-Jugendorganisation. Chronik einer rechten Verbindung.
Wie jedes Jahr nach Pfingsten fahren in der letzten Maiwoche unterhalb des Burschenschaftsdenkmals in Eisenach die Wägen vor. Autotüren schlagen, gut gelaunt stapfen Männer in Anzug und bunten Mützen den Hügel zum Denkmal hinauf. Sie alle gehören Studentenverbindungen aus Deutschland und Österreich an, die im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) organisiert sind.
Jedes Jahr treffen sie sich hier zu ihrer Jahrestagung, dem „Burschentag“. Es wird Bier getrunken, man schwenkt Fahnen und Fackeln. Manch einer zeigt schon mal das „White Power“-Zeichen, das für die Überlegenheit der „weißen Rasse“ steht.
Inmitten des feuchtfröhlichen Treibens: die Füchse, Burschen und Alten Herren der „Dresdner Burschenschaft Salamandria“. Aus ihren Reihen stammt der Mann, der seit November 2025 an der Spitze der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ steht: Jean-Pascal Hohm.
Von der Dresdner Kleinstverbindung an die Spitze der „Generation Deutschland“
Die Nähe rechter Burschenschaftler zur AfD ist nichts Neues. Laut einer Recherche des SWR aus 2024 hatten damals mehr als 50 Abgeordnete der Partei Bezüge zu Studentenverbindungen, viele zu solchen, die der DB angehörten. Der Dachverband war wegen der rechtsextremen Tendenzen seiner Mitglieder in den letzten Jahren immer wieder in den Schlagzeilen gelandet.
Mit Hohm ist nun ein Salamandrier zu einem der wohl bekanntesten Vertreter einer DB-Verbindung auf der bundespolitischen Bühne geworden. Ein Mitglied einer auf den ersten Blick unauffälligen Burschenschaft. Die Salamandria ist weder besonders alt noch besonders lange in der DB. Im Studentenleben Dresdens ist sie so gut wie nicht präsent. Wie passt all das zusammen?
Anhand einer geleakten Mitgliederliste der Salamandria und archivierter Versionen ihrer Website lässt sich die Entwicklung einer Studentenverbindung rekonstruieren, die auf besondere Weise für die Symbiose nationalkonservativer Burschenschaften mit neurechten Bewegungen und Parteien steht. Deren Kurs und öffentlicher Auftritt sich als erstaunlich wandelbar erwiesen haben, zwischen offener politischer Agitation und völliger Heimlichkeit.
I. Die Alten Herren: Gründung der Salamandria als DDR-Burschenschaft
Am 10. Dezember 1966 schließt sich an der Hochschule für Verkehrswesen „Friedrich List“ in Dresden eine Gruppe Studenten heimlich zum „Salamanderclub“ zusammen. Sie wollen „das studentische Brauchtum unter den bestehenden Bedingungen“ – in der DDR waren Burschenschaften lange verboten – auf ihre Art pflegen. Nach Angaben auf der alten Website der Dresdner Verbindung dauerte diese erste aktive Phase bis 1971 an.
Mitte der 80er-Jahre, als die Pflege historischer wie auch studentischer Traditionen in der DDR inoffiziell akzeptierter wurde, benannte man sich in „Dresdener Burschenschaft Salamandria“ um. Erstmals trug man die Verbindungsfarben: Violett, Weiß und Rot. Ein klar sichtbares Signal der Zugehörigkeit. 1990 trat die Salamandria dann der Rudelsburger Allianz bei, einem losen Zusammenschluss von Studentenverbindungen, die noch vor dem Mauerfall in der DDR entstanden waren.
Die gemeinsame Wertebasis: rechtsnational und geschichtsrevisionistisch
In den zwei Jahrzehnten danach wurde die Burschenschaft zum reinen Altherrenbund. Einem Hobby, dem man im wiedervereinigten Deutschland nun ohne Weiteres nachgehen konnte. Die Alt-Burschenschaftler scheinen sich über die Jahre immer wieder getroffen zu haben, zu einem Segeltörn auf der Ostsee, in der Taverne Leisnig bei Leipzig auf ein Bier.
Ihre gemeinsame Wertebasis lässt sich als rechtsnational mit geschichtsrevisionistischem Einschlag beschreiben. So soll laut einer Publikation des Studierendenrates der TU Dresden die erste Strophe des Deutschlandliedes lange Teil des offiziellen Liedgutes der Verbindung gewesen sein. Und die immer wiederkehrende Betonung der Salamandria als „mitteldeutsche Verbindung“ legt zumindest nahe, dass man kein sonderlich großer Befürworter der Oder-Neiße-Grenze war.
Konkret manifestierten sich Überzeugungen dieser Art im politischen Engagement von mindestens zwei der Alten Herren. Arnulf Fröhlich und Wolfgang Elsel waren beide politisch für die AfD aktiv, der eine im Kreistag Stormarn, der andere als Stadtrat in Zwickau. Der Antrag auf Aufnahme im rechtesten aller burschenschaftlichen Dachverbände erfolgte nicht zufällig.
II. Die Offensive: Die Salamandria als rechter Knotenpunkt in Dresden
Beim Burschentag 2014 geht „der seit der Gründung gehegte Traum, mal eine ‚richtige‘ Burschenschaft zu werden“ für die Alten Herren schließlich in Erfüllung. So schrieb es Salamandria-Urgestein Werner E. später in einem Beitrag für die „Burschenschaftlichen Blätter“, der DB-Verbandszeitschrift.
Die Mitglieder des Dachverbandes hatten den Antrag auf Aufnahme in der DB einstimmig angenommen. E. versagte bei den folgenden Dankesworten „vor Rührung die Stimme“. Man werde sich bemühen, in Dresden nun aktive Studenten (eine „Aktivitas“) für die Salamandria anzuwerben, und sie in einem eigenen Verbindungshaus einzuquartieren, versprach er in seinem Beitrag. „Gegen den Linkstrend in unserer Gesellschaft und die verordnete Zeitgeistkonformität.“
Dr. Alexandra Kurth ist Politikwissenschaftlerin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und beschäftigt sich seit Jahren mit Burschenschaften. „Aus der Perspektive der DB ist diese Aufnahme ein sehr ungewöhnlicher Vorgang“, sagt sie über den DB-Beitritt der Salamandria. Der Vorteil, den der Dachverband von der Aufnahme einer veralteten Altherrenschaft gezogen habe, sei nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Der zeitliche Kontext biete eine mögliche Erklärung.
Nach internen Streitigkeiten waren nach 2012 über 40 liberalere Burschenschaften aus der DB ausgetreten. „Ein Schrumpfungsprozess“, sagt Kurth, nur der ganz rechte Kern sei geblieben. Ein Neuzugang, wenn auch in Form einer Altherren-Truppe, war nach all den Austritten mal wieder eine positive Nachricht.
Der Aufbau der Aktivitas ließ nicht lange auf sich warten. 2015 mietete die Salamandria ein Verbindungshaus an, im Fachjargon „Konstante“ genannt. Die Villa Grübler auf der Bernhardstraße in Dresden-Plauen sollte neue Mitglieder beherbergen. In der Zeitung Junge Freiheit warb man mit einer Anzeige um finanzielle Unterstützung, auf Facebook und auf der Website um Neuzugänge. „Das Leben um dich herum ist geprägt von Werteverfall, Wahnsinnigen und verlogenen Weltbildern?“ Werde Burschenschaftler!
Alexandra Kurth betont, dass der völlige Neuaufbau einer Aktivitas aufwändig gewesen sein muss. Der einzige Weg, das komplexe Wissen und die Rituale an neue Studenten zu vermitteln, seien sogenannte „Unterstützungsburschen“. Erfahrene Mitglieder anderer DB-Burschenschaften, die das zweite Band der Salamandria annehmen und ihr Know-how weitergeben.
Sie würden auch neue Mitglieder anwerben, die sie dann „entsprechend den Regularien der Burschenschaft sozialisieren“, so Kurth. Eine Auswertung der Salamandria-Mitgliederliste aus 2020 durch die DNN belegt solche Zweitbundträger bei der Verbindung.
Identitäre Bewegung, Junge Nationaldemokraten: Der Rekrutierungspool der Salamandria
Was die Liste auch zeigt: Ein großer Teil der ab 2014 aufgenommenen jungen Burschenschaftler kam aus rechtsextremen Kreisen und Bewegungen. So wurde Julian Monaco ein Salamandrier, er war zuvor als Bundesgeschäftsführer der JN, der Nachwuchsorganisation der NPD, aktiv. Mindestens fünf neue Burschen stammten aus dem Umfeld der völkischen Identitären Bewegung (IB), unter ihnen: Jean-Pascal Hohm.
Auf seinem Burschenschaftsfoto grinst er jungenhaft in die Kamera; die Mütze in den Verbindungsfarben ruht schräg auf seinem Hinterkopf. Im Sommer 2017 absolvierte Hohm in Dresden zudem ein Praktikum beim Verein Ein Prozent e.V., einem Kampagnenprojekt, das das Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert verfassungsfeindlich einstuft.
Hohms Praktikum bei Ein Prozent ist nur ein Beispiel für die Verschränkung der IB-nahen Burschenschaftler und der lokalen extremistischen Szene in dieser Zeit. 2016 kam der rechtspopulistische Autor Akif Pirinçci für eine Lesung in die Villa Grübler. Linke Rechercheportale berichteten zudem, dass 2017 IB-Aktivisten dort eine Aktion vorbereitet hätten, bei der ein Banner vor der „Monument“-Installation des Künstlers Manaf Halbouni auf dem Neumarkt angebracht wurde.
2018 hätte Ein Prozent-Gründer Philip Stein in der Konstante zudem ein Forum seines Jungeuropa-Verlags veranstaltet. Es ist schwer, diese Behauptungen im Nachhinein zu belegen. Die Berichte wirken – teils mit Fotos belegt – jedoch mindestens glaubwürdig.
III. Im Verborgenen: Auszug aus der Villa Grübler und die Illusion einer Mäßigung
Dann, 2022, der Rückzug. Die Salamandria gibt ihre Konstante in der Villa Grübler auf, ohne eine neue Adresse zu nennen. Es ist, nach Jahren im Mittelpunkt der rechten Vernetzung, ein Sprung ins Klandestine. Hatte man zuvor regelmäßig die Bundespolitik zynisch auf Facebook kommentiert, so gab es nun nur noch Posts zu gelegentlichen Grillabenden. Bilder vom jährlichen Burschentag in Eisenach zeigen, dass weiterhin neue Mitglieder aufgenommen wurden. Dass sie allerdings, wie zuvor, einen offen rechten Hintergrund hätten, lässt sich nicht belegen. Hat man sich einfach gemäßigt? Einen Irrweg eingesehen?
Bis heute bleibt eine neue Konstante der Salamandria unbekannt. Dass der burschenschaftliche Betrieb sich fortsetzt, ist ein Fakt: Erst im Februar 2026 waren mehrere Burschenschaftler auf dem von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerball zugegen. Wie viele rechte Gruppierungen legte man den Opfern der Bombardierung Dresdens in den letzten Jahren Kränze nieder. Indizien dafür, dass von einer Mäßigung wohl eher keine Rede sein kann.
Rechte Tendenzen werden höchstens kaschiert
Auch in der radikaleren Szene bleibt die Salamandria präsent, wenn auch ohne Veranstaltungen im eigenen Haus. 2024 sprach Ex-Junge-Alternative-Funktionär Manuel Schreiber auf einer Konferenz der rechtsextremen Homeland Party in Großbritannien. Schreibers Name fehlt auf der Mitgliederliste von 2020 zwar, doch es existieren Bilder, die ihn in der Couleur der Salamandria zeigen.
Auf dem Jungeuropa-Verlagstreffen in Freital im September 2025 trugen ebenfalls zwei Männer offen die Farben der Verbindung. Auch da, aber ohne Schärpe: Jean-Pascal Hohm. Die Tendenzen scheinen lokal zwar kaschiert zu werden, doch wer genauer hinsieht, sieht sie schimmern.
Das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen antwortet auf Anfrage, man beobachte die Salamandria nicht. Im Bundesland gebe es demnach auch sonst keine Studentenverbindung, die man als „erwiesene extremistische Bestrebung“ einstufe. „Absolut unverständlich“, sagt Alexandra Kurth. In anderen Bundesländern hätten Verfassungsschutzämter vergleichbare Netzwerke schon längst als extremistisch eingestuft.
IV. Der Neue Anstrich: Die Salamandria stellt sich online neu auf. Aber warum?
Die Salamandria ließ einen ausführlichen Fragenkatalog der DNN bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Auch Jean-Pascal Hohm antwortet auf die Presseanfragen zu seiner alten Studentenverbindung nicht. Damit auch nicht auf die Fragen, ob er noch Kontakt zu aktiven Burschen pflegt, gar selbst dort als alter Herr in Erscheinung tritt. Nach burschenschaftlichem Brauch darf man das eigentlich nur mit abgeschlossenem Studium, und Hohm hat sein Studium an der TU Dresden geschmissen.
Man mag anführen, dass es für seine politische Karriere vielleicht von Vorteil wäre, wenn er sich lossagte. Doch das verkennt, dass seine noch rechteren Verstrickungen bei der Wählerschaft keine nennenswerte Reaktion hervorriefen. Für absolut legitim halte er das, was die IB mache, sagte Hohm erst Anfang Juli in einem Interview am Rande des AfD-Parteitags. Wer soll sich da noch über eine mögliche Mitgliedschaft in irgendeiner Dresdner Burschenschaft echauffieren?
Im Juni 2026 ist die Website der Salamandria – sie war zuvor lange nicht erreichbar – plötzlich wieder online, in neuem Design. Von verlogenen Weltbildern ist nun nichts mehr zu lesen. Die Inhalte wirken leicht generisch, eine ganz normale Burschenschaft könnte man meinen. Ein Impressum fehlt, doch wer Mitglied werden möchte, kann sich über ein Kontaktfeld melden.
Ob man so womöglich zunächst ahnungslose Neumitglieder anziehen möchte oder sich lediglich innerhalb des rechten Spektrums attraktiver geben möchte, lässt sich derzeit nicht sagen. Im Dezember steht jedenfalls der 60. Geburtstag der Salamandria ins Haus. Und mit Nachwuchs, ist ja klar, feiert es sich ausgelassener.