Gröner baut wieder – Wohnhäuser in Leipzig-Plagwitz werden endlich fertig

An der Limburgerstraße im Leipziger Westen geht es nun voran, sind Handwerker am Arbeiten. Trotzdem begleiten Bauunternehmer Christoph Gröner die Schatten der Krise weiter. So kommt im August ein Teil vom Leipziger Postbahnhof zur Zwangsversteigerung.

Man soll nie nie sagen. An der Limburgerstraße 36–44 sind nun doch wieder Bauleute und Kleintransporter von Handwerkern zu sehen. 105 Wohnungen entstehen in Sichtweite zum Rewe-Markt am Rand der Plagwitzer Höfe. Das Besondere daran: Nach längerer Pause wird das Projekt des prominenten Bauunternehmers Christoph Gröner offenbar ein gutes Ende finden.

Ende Juni soll der letzte Dachstuhl der fünf aneinandergefügten Häuser fertiggestellt werden. Vor Ort ist dann auch ein kleines Richtfest geplant. Damit will sich die CGRE AG bei allen bedanken, die „trotz der vielfältigen Herausforderungen“ zur Stange hielten, heißt es von der Unternehmensgruppe.

Alle Baustellen gestoppt

Gröner und sein früherer CG-Konzern gehörten einst zu den größten Bauprojektentwicklern in Deutschland. Wichtigster Standort des Unternehmens war Leipzig. 2024 erwischte jedoch eine Branchenkrise die Gruppe so hart, dass viele Rechnungen nicht bezahlt wurden. Ein Teil der Konzernfirmen rutschte in die Insolvenz. Alle Baustellen kamen zumindest zeitweilig zum Erliegen.

Die fünf Mietshäuser in Plagwitz sollten ursprünglich ab Anfang 2023 bezogen werden – und durch kostensparende Vorfabrikation großer Teile im Betonwerk eine neue Ära am Bau einläuten. Allerdings folgte vor Ort mehrfach Stillstand. Nun will die CGRE AG bis Ende 2026 die Ziellinie erreichen.

Die Fünfgeschosser verfügen über eine Tiefgarage mit 81 Auto- und Motorrad-Stellplätzen. An Ladesäulen, Fahrräder, einen begrünten Hof mit Spielplatz sei gedacht, heißt es vom Entwickler. Die Wohnungen haben zwei bis vier Zimmer, sind familienfreundlich geschnitten, aber nicht sozial gefördert.

Ein Winkel des neuen Ensembles reicht in die Wachsmuthstraße hinein, wo die nun verantwortliche CGRE AG zuletzt ihren Sitz in einem Altbau hatte. Inzwischen wurde das Büro der Aktiengesellschaft, der auch die Plagwitzer Höfe gehören, aber wieder nach Berlin verlegt.

Gröners Besitzanteil unklar

Unklar ist seit einem halben Jahr, wie groß der Besitzanteil von Gröner und dessen Familie an der CGRE AG ist. Um einen Insolvenzantrag für die Plagwitzer Höfe abzuwenden und frisches Kapital zu gewinnen, hatte der 58-Jährige die Jussak A GmbH aus Österreich beteiligt. Ihr gehören jetzt zwei Drittel der Aktien. Familie Gröner bleibt aber zumindest über andere Firmen weiterhin beteiligt.

Die Jussak A GmbH hat ihren Sitz in Wien und gehört einer Stiftung aus Liechtenstein. Beide geben keine Auskunft, woher sie ihr Kapital haben.

Für einige andere, frühere Gröner-Firmen laufen in Leipzig, Berlin und Karlsruhe weiterhin Insolvenzverfahren. In Leipzig wurde dabei inzwischen die Masseunzulänglichkeit erklärt für eine Projektgesellschaft, der das Grundstück vom Wagenplatz KarlHelga in Plagwitz gehört. Gleiches trifft auf den Ostteil und den Südteil vom früheren Postbahnhof in Schönefeld zu.

Zwangsversteigerung im August

Masseunzulänglichkeit bedeutet: Die in der Firma vorhandenen Werte reichen nicht mehr aus, um alle während des Insolvenzverfahrens entstehenden Kosten zu decken. Meist wird dann das Grundstück verkauft oder – bei den schwierigeren Fällen – zwangsversteigert.

Eine erste Zwangsversteigerung hat das Leipziger Amtsgericht nun für den 18. August 2026 angesetzt. Sie betrifft den Ostteil des Postbahnhofs mit dem historischen Ringlokschuppen. Der Verkehrswert für die Fläche gleich neben der Adenauerallee beträgt 389.000 Euro.

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Von Jens Rometsch
28.01.2026

Bauunternehmer Gröner hat die Plagwitzer Höfe in Leipzig zurück

Die Gerichte haben mehrere Insolvenzprüfungen für Firmen des 57-jährigen Bauprojektentwicklers eingestellt. Auch die Anträge bezüglich einer Privatinsolvenz sind nun Geschichte.

Der bekannte Bauprojektentwickler Christoph Gröner hat die Kontrolle über die Plagwitzer Höfe in Leipzig zurückgewonnen. Ein Insolvenzprüfverfahren über die Immobiliengesellschaft Plagwitzer Gewerbepark GmbH & Co. KG wurde am Mittwoch vom Amtsgericht Leipzig eingestellt.

Die Insolvenzprüfung hatte am 13. Oktober 2025 begonnen. Hintergrund war nach Gröners Angaben eine Anleihe des Münchner Finanzinvestors Lenwood Capital über 25 Millionen Euro. Zum Umgang mit diesem Thema habe man sich nicht zeitnah einigen können.

Grundstücke für 167 Millionen Euro

Er wolle die Plagwitzer Höfe keinesfalls verlieren, hatte Gröner Anfang November in einem Gespräch mit der LVZ angekündigt. „Ich bin zuversichtlich, dass dieser Albtraum in wenigen Wochen beendet ist.“

Tatsächlich hat er das nun für das zwölf Hektar große Gewerbegebiet mit mehr als 200 Firmen und Kulturbetrieben geschafft. Allein die Grundstücke sind 167 Millionen Euro wert.

Auch für die CG Hausverwaltung GmbH stellte das Leipziger Amtsgericht ein Insolvenzprüfverfahren ein. Dieses Unternehmen, das Gröners Initialen im Namen trägt, ist unter anderem in Plagwitz tätig.
Privatinsolvenz ist kein Thema mehr

Zudem konnte der 57-Jährige den letzten von mehreren Anträgen auf eine Privatinsolvenz abschütteln. Er selbst hatte mehrfach beteuert, privat voll zahlungsfähig zu sein. Gröner und seine Firmen gaben am Mittwoch keinen Kommentar zu den Neuigkeiten ab.

Nach LVZ-Informationen gingen alle drei Verfahren, die nun vom Leipziger Amtsgericht beendet wurden, auf denselben Antragsteller zurück. Folglich muss es dem Schuldner gelungen sein, sich mit Lenwood Capital zu einigen – oder er hat offene Forderungen beglichen.

Im vergangenen Monat hatte die Aktiengesellschaft CGRE AG mit Sitz in der Plagwitzer Wachsmuthstraße mitgeteilt, ein Investor aus Österreich bringe sich bei dieser Gesellschaft ein und mehr als 30 Millionen Euro frisches Kapital mit. Zur CGRE AG gehört über eine Zwischengesellschaft auch die Plagwitzer Gewerbepark GmbH & Co. KG – und damit die Grundstücke der Plagwitzer Höfe.

Investor aus Österreich beteiligt sich

Beim Investor handelte es sich um die Jussak A GmbH aus Österreich. Dieses Unternehmen soll die Aktienmehrheit bei CGRE AG übernehmen. Bislang liegt die Mehrheit noch bei Firmen, die sich Gröners Familie zuordnen lassen. Gesellschafter der Jussak A GmbH ist eine neu gegründete Stiftung mit Sitz in Liechtenstein. Wer die Geldgeber dieser Stiftung sind, bleibt bislang unklar.

Gröner hatte angekündigt, er wolle in Plagwitz bald zwei Baustellen (an der Limburger- und an der Endersstraße) fertigstellen. Für eine ganze Reihe anderer, früherer Gröner-Firmen laufen hingegen weiter Insolvenzverfahren. Vor wenigen Tagen wurden mehrere solcher Verfahren in Karlsruhe eröffnet.

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Von Jens Rometsch
10.12.2025

Top-Managerin aus Österreich engagiert sich bei Leipziger Gröner-Firma

Im Ringen um das Gewerbegebiet Plagwitzer Höfe tauchte jüngst ein Investor auf, der die Pläne des Leipziger Bauunternehmers Christoph Gröner unterstützen will. Darin involviert ist offenbar eine Top-Managerin aus Österreich.

Prominente Namen fallen jetzt im Zusammenhang mit dem Bauunternehmer Christoph Gröner und einem Investor aus Österreich. Letzterer will bei Gröners Leipziger Unternehmen CGRE AG einsteigen und mehr als 30 Millionen Euro mitbringen.

Das Geld dürfte bei dem Unternehmen mit Sitz in der Plagwitzer Wachsmuthstraße 4 sehr willkommen sein. Denn über Zwischenfirmen ist die CGRE AG unter anderem Eigentümerin des riesigen Gewerbegebiets Plagwitzer Höfe. Allerdings läuft für eine dieser Zwischenfirmen eine Insolvenzprüfung. Deshalb hat gegenwärtig das Sagen in den Plagwitzer Höfen der vorläufige Insolvenzverwalter Philipp Hackländer.

Jussak A GmbH soll Mehrheit übernehmen

Ende November hatte CGRE mitgeteilt, dass die Jussak A GmbH aus Österreich zu ihrem neuen Mehrheitsaktionär werden solle. Weitere Informationen gab es zunächst nicht. Im Firmenregister der Alpenrepublik ließ sich damals keine Firma dieses Namens finden.

Inzwischen führt das Register die Jussak A GmbH jedoch als Neugründung – mit Sitz in der Walfischgasse 5 in Wien. Geschäftsführer sind zwei langjährige Vertraute von Erhard F. Grossnigg, einem bekannten Firmensanierer in Österreich. Er hat schon Hunderten Unternehmen einen Neustart ermöglicht, scheiterte jedoch jüngst bei seinem größten Sanierungsfall: dem Signa-Konzern von Immobilienkönig René Benko.

Grossnigg ist auch ein erfolgreicher Unternehmer. Seine Firmengruppen Austro Holding und Grosso Holding sitzen ebenfalls in der Wiener Walfischgasse 5. Laut einem Bericht vom Handelsblatt wird sich Österreichs „Paradesanierer“ nicht selbst an der neuen Jussak A GmbH beteiligen. In der Geschäftsführung arbeitet nun aber Kerstin Gelbmann: Die 51-Jährige war lange Zeit Grossniggs rechte Hand im Management seiner Firmen. 2025 übernahm sie den Aufsichtsratsvorsitz der Austro Holding.

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde Gelbmann vor zwei Jahren: Damals übernahm sie den Aufsichtsratsvorsitz von Europas größtem Baukonzern: der Strabag SE. Zu diesem Konzernriesen aus Wien gehört auch die deutsche Tochter Züblin.

Stiftung in Vaduz gibt keinen Kommentar

Die Geschäftsleitung der Jussak A GmbH teilt sich die Top-Managerin nun mit Kurt Berger, ebenfalls ein Wegbegleiter des „Paradesanierers“ Grossnigg. Woher diese Firma ihr Kapital erhält, lässt sich bislang nicht ermitteln. Eigentümerin der Jussak A GmbH werde die ebenfalls neue gegründete Jussak Stiftung mit Sitz in Liechtenstein, hieß es dazu lediglich.

Die Stiftung in Vaduz hat drei Stiftungsräte, zu denen wiederum Kerstin Gelbmann gehört. Auf LVZ-Anfrage, woher das Kapital der Stiftung stammt und welche Pläne sie verfolgt, teilte Gelbmann mit: „Die Stiftungsräte der Jussak Stiftung geben keinerlei Kommentar dazu ab.“