Unterkunft angegriffen
In der Nacht vom 19. auf den 20. Mai 2026 wurde eine Unterkunft für Geflüchtete in Jahnsdorf (Erzgebirge) Ziel eines Angriffs:
Unbekannte fuhren mit Auto vor die Unterkunft, warfen mehrere Böller auf das Gelände & schossen Feuerwerksraketen auf das Gebäude. Anschließend flohen die Täter*innen. Menschen wurden glücklicherweise nicht verletzt, dennoch zeigt der Angriff erneut, wie selbstverständlich rassistische Gewalt ist.
Und vor allem zeigt sich eine Kontinuität:
Das Geflüchtetenheim in Jahnsdorf war schon mal in den Medien: im Dezember 2015. In Jahnsdorf griff damals eine Gruppe von rund 30 Personen einen Bus mit Geflüchteten an. Als das Fahrzeug vor einer Unterkunft ankam, wurde es blockiert & aus der Menge heraus mit Steinen und Böllern attackiert. Eine Scheibe des Busses zerbrach, der Fahrer wurde durch einen Böller leicht verletzt.
Nur durch schnelles Eingreifen eines Sicherheitsmitarbeiters konnte ein weiterer Sprengkörper abgewehrt werden. Die Geflüchteten mussten anschließend an einen anderen Ort gebracht werden. Der Angriff reiht sich in eine lange Serie rassistischer Gewalt gegen Geflüchtete & Unterkünfte in Sachsen ein.
Die massive Welle rassistischer Angriffe auf Geflüchtete und Asylunterkünfte ist nie verschwunden. Während 2015 bundesweit über 1.000 Angriffe auf Unterkünfte registriert wurden, steigen die Zahlen seit 2022 erneut an.
Brandanschläge, Angriffe mit Pyrotechnik, Hakenkreuz-Schmierereien und organisierte Hetze gehören weiterhin zur Realität in Deutschland.
Besonders erschreckend: Der Großteil der Taten bleibt bis heute unaufgeklärt, rassistische Motive werden vor Gericht oft kaum benannt oder berücksichtigt.
Forschungen zeigen außerdem, dass rechte Gewalt dort zunimmt, wo rassistische Diskurse gesellschaftlich normalisiert werden — durch Politik & Medien.
Die Betroffenen dieser Gewalt sind keine Statistik. Geflüchtete werden bedroht & angegriffen — während rechte Netzwerke weiter mobilisieren können.