Sexuelle Belästigung auf Leipziger Campus: Uni erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Am Campus Augustusplatz der Leipziger Universität soll es zu mehreren Fällen sexueller Belästigung gekommen sein. Die Universität verstärkt nun die Sicherheitsmaßnahmen.

Auf dem Campus Augustusplatz der Universität Leipzig soll es in den vergangenen Tagen zu mehreren sexuellen Belästigungen gekommen sein. Entsprechende Berichte gingen sowohl beim Student*innenRat (StuRa) als auch bei der Stabsstelle Chancengleichheit, Diversität und Familie der Hochschule ein. Auch die Polizei Leipzig erreichte eine Anzeige.

Konkret geht es laut Pressestelle der Universität um verbale und körperliche Übergriffe am 14. April – sowohl auf den Damentoiletten, als auch im Treppenhaus eines Seminargebäudes. Mehrere Studentinnen meldeten sich anschließend bei den universitären Beratungsangeboten. Infolgedessen veröffentlichte der StuRa auf sozialen Plattformen wie Instagram eine Warnung, um weitere Fälle zu vermeiden.

Laut Polizeiangaben gab es bereits für den 7. April eine Anzeige. Auf dem Campus Augustusplatz soll eine junge Frau von einem Unbekannten belästigt worden sein. Er machte Fotos von ihr, während sie die Toilette im Paulinum der Uni nutzte. Die Geschädigte rief daraufhin die Polizei. Der Täter konnte in unbekannte Richtung flüchten. Auch ein weiterer Fall nur einen Tag später, aber im geisteswissenschaftlichen Zentrum der Universität, ist der Polizei bekannt. Dort konnte der Täter allerdings gestellt werden.

Universität erhöht die Einsätze des Wachdienstes

„Es bestürzt uns, dass Studierende unserer Universität solche Situationen erleben mussten. Die Sicherheit aller Studierenden und Mitarbeitenden hat für uns oberste Priorität“, erklärt Pressesprecher Carsten Heckmann.

Zum Täter macht die Universität keine Angaben. „Es könnte aber sein, dass es in allen Fällen derselbe war“, sagt Heckmann auf Nachfrage. Um die Sicherheit auf dem Campus zu gewährleisten, soll der von der Universität eingesetzte Wachdienst nun die entsprechenden Bereiche stärker bestreifen.

Bei Gefahr Sicherheitsdienst anrufen und Beratungsangebote nutzen

Betroffene können sich in jeglicher Gefahrensituation direkt an den Sicherheitsdienst unter der Telefonnummer 0341/ 973 43 00 wenden. Außerdem gibt es Beratungsangebote wie zum Beispiel die Stabsstelle Chancengleichheit, Diversität und Familie, die Gleichstellungsbeauftragte und den StuRa.

Zusätzlich soll es laut Uni ab Anfang Mai Aufkleber mit dieser Telefonnummer auf dem Campus geben, unter anderem an den Ein- und Ausgangstüren. Diese Maßnahme sei schon vor einigen Wochen entschieden worden, um die Sicherheit auf dem öffentlich zugänglichen Campus zu unterstützen.

Die Polizei empfiehlt außerdem, jede sexuelle Belästigung sofort zu melden. „Wir können nur agieren und Schwerpunkte setzen, wenn wir von derartigen Vorfällen Kenntnis haben“, erklärt ein Polizeisprecher. Wenn andere Studierende eine Belästigung beobachten oder Kenntnis davon erhalten, sollten sie die Betroffene unterstützen und ihre Hilfe anbieten.