Nach einem Monat: Verzögerung Leipziger AfD-Fraktion bekommt neue Stadträtin
Die Leipziger AfD-Fraktion kann ihre Hängepartie bei der Besetzung des vakanten Stadtratspostens offenbar beenden – die Nachrückerin soll bald in das Kommunalparlament aufrücken.
Mit einem Monat Verzögerung kann die Leipziger AfD-Fraktion offenbar ihren vakanten Stadtratsposten nachbesetzen. Laut der Fraktion wird Nora Reinhardt als Stadträtin nachrücken. Verpflichtet – so heißt es offiziell – werden soll sie bei der Stadtratssitzung Ende Februar.
Reinhardt ist laut Angaben der AfD 41 Jahre alt und war bisher für die AfD Mitglied im Stadtbezirksbeirat Südwest. Mitglied der Partei sei sie aber nicht.
Siebgert Droese aus Stadtrat ausgeschieden
Mit der Nachrückerin Reinhardt beendet die Fraktion eine Hängepartie nach dem Rückzug von AfD-Stadtrat Siegbert Droese. Der hatte mit Verweis auf seine parallele Tätigkeit im Europaparlament Ende 2025 seinen Rückzug aus der Ratsversammlung angekündigt. Nachrücken sollte eigentlich Nico Bytow, der aber kurzfristig als Stadtrat absagte. Die AfD musste deshalb bei der vergangenen Ratsversammlung mit einer Stimme weniger auskommen.
Mit der neuen Stadträtin ist die AfD-Fraktion wieder zweitstärkste Kraft im Rat hinter der CDU. Möglich wurde das auch, weil im Herbst 2025 Jürgen Günter Butz in die AfD-Fraktion wechselte. Butz war eigentlich über die rechtsextreme Kleinpartei Freie Sachsen in den Stadtrat eingezogen. Auch die sächsische AfD wird vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft.
Der Leipziger Stadtrat gilt als zerplittert, um Mehrheiten zu organisieren, müssen sich mehrere Fraktionen zusammenschließen. Abstimmungen gehen teilweise mit einer Stimme Unterschied aus.