Sächsische Separatisten: BKA durchsucht Objekte in Brandis

Beamte des Bundeskriminalamts sind am Donnerstag im Brandiser Ortsteil Waldsteinberg im Einsatz. Der soll im Zusammenhang mit den Sächsischen Separatisten stehen.

Im Brandiser Ortsteil Waldsteinberg kommt es am Donnerstag zu Durchsuchungen. Beamte des Bundeskriminalamtes sind nahe eines Bahnübergangs an der S43 im Einsatz. Die Durchsuchungen würden im Zusammenhang mit den „Sächsischen Separatisten“ stehen, erklärte die Generalbundesanwaltschaft auf Anfrage. Weitere Angaben machte eine Sprecherin mit Verweis auf laufende Ermittlungen zunächst nicht.

Im November vergangenen Jahres hatte die Polizei mehrere Mitglieder der Gruppierung festgenommen. Der Generalbundesanwalt wirft den Festgenommen der „Sächsischen Separatisten“ und weiteren Beschuldigten auf freiem Fuß vor, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. Deutschland, davon sollen sie überzeugt gewesen sein, stehe kurz vor dem Kollaps, ein Systemumsturz soll aus ihrer Sicht unvermeidlich gewesen sein.

„Sächsische Separatisten“ planten eigenen Staat

Von diesem angeblichen bevorstehenden „Tag X“ wollte die Gruppe offenbar auf ihre Weise profitieren. Spätestens seit November 2020 soll sie sich darauf vorbereitet haben. Ihr Plan war demnach: Mit Waffengewalt wollten sie Gebiete in Sachsen und womöglich auch in anderen Teilen Ostdeutschlands erobern und dort einen eigenen, am Nationalsozialismus orientierten Staat errichten. Menschen, die aus ihrer Sicht nicht in diese Gesellschaft passen, sollten den Ermittlungen zufolge notfalls Opfer von ethnischen Säuberungen werden.

Der genaue Einsatzort befindet sich rund 600 Meter Entfernung in südwestlicher Richtung von dem beliebten Eiscafè „Lilly Vanilly“ am Bahnübergang der stillgelegten Bahnstrecke Beucha-Brandis mit der Staatsstraße 43. Um eine sich unmittelbar an die Bahngleise anschließenden Baumgruppe war mitttels rot-weißem Warnbandes ein rund 100 Meter langes Areal abgesteckt worden, innerhalb dessen Beamte offensichtlich mit Suchmaßnahmen beschäftigt waren. Während des Einsatzes hatten an allen Zufahrtstraßen zur S 43 Polizeifahrzeuge Aufstellung genommen, zudem waren eine Reihe ziviler Fahrzeuge des Bundeskriminalamtes vor Ort.