Wagenleben statt Müllhalde! Solidarität mit dem Wagenplatz Hasenbau!

Der Wagenplatz Hasenbau soll von der ungenutzten Fläche hinter dem verlassenen Praktiker an der Ecke Merseburger-/Schomburgkstraße geräumt werden. Der profitorientierte Konzern XXXLutz verweigert jedwege Nutzungsverhandlungen. Mehrnoch: Am 7.1. stand ein Gerichtsvollzieher vor unserem Wohnzimmer. Es ist jetzt offensichtlich, dass rechtliche Schritte gegen uns unternommen wurden und eine Räumung jeder Zeit möglich ist!

Seit Frühjahr 2025 bewohnt eine bunte Gruppe an Erwachsenen, Kindern, Hunden und Hühnern das mit Jungbäumen bewachsene Grundstück am Rande Lindenaus. Von Beginn an übernahm die Gruppe Verantwortung für das Einsammeln des Mülls und das Wiederaufleben-lassen der Fläche. Und das nicht nur für den Wagenplatz, sondern auch als Lebensraum für vielfältige Lebewesen – von verschiedensten Vögeln über Zauneidechsen, Hornissen und vielen mehr. Expert*innen und Vertreter*innen von Naturschutzbehörden, wie beispielsweise vom BUND und weiteren Umweltinitiativen sprachen sich bereits für das Potential der Fläche aus, hier noch mehr Arten langfristige Lebensräume zu ermöglichen. Die Bewohner*innen des Hasenbaus haben nach und nach ein Ort für naturverbundenes Leben geschaffen und einen wichtigen kulturellen Freiraum gestaltet.
Der Umgang von XXXLutz mit dem Ort ist offensichtlich ein anderer: Wie an den angrenzenden Grundstücken – wie beispielsweise dem verfallenen Praktiker-Baumarkt – zu sehen ist, kümmert sich der Konzern in keinster Weise um das Baugrundstück: Gegen Verfall und Vermüllung wird seit Jahren nichts unternommen. Das Bauvorhaben lässt noch auf sich warten und bis dahin wird weggeschaut. Ein Vertreter des Konzerns äußerte sogar gegenüber den Bewohner*innen, sie wollen den Großteil der Bäume auf dem Gelände roden und damit vielleicht schon Jahre vor dem möglichen Baustart den Lebensraum für diverse Tierarten zerstören.
Ganz genau hingeschaut wird allerdings, wenn andere Menschen etwas gegen Leerstand und Verfall tun wollen. Dass Wohnraum in Städten immer mehr zum sozialen Problem wird, scheint XXXLutz nicht zu interessieren, so lange nur genug Menschen weiterhin neue Möbel bei ihnen kaufen. Doch das wachsende Interesse an Wagenplätzen zeigt die Notwendigkeit für antikapitalistische Alternativen. Wohnmöglichkeiten auf ansonsten völlig ungenutzten Flächen zu schaffen ist eine der großen Chancen des Wagenlebens. Wagenplätze wie der Hasenbau müssen als soziale Projekte verstanden werden, die gefördert statt vertrieben werden müssen!
Doch die Realität sieht anders aus: Anfänglich noch dafür aufgeschlossen, sperrt sich XXXLutz nun gegen jede Verhandlung über Nutzungsmöglichkeiten und will die Bewohner*innen des Hasenbaus schnellstmöglich rausschmeißen. Nicht einmal eine Zwischennutzung bis zum tatsächlichen Baubeginn wurde in Betracht gezogen. Wir sollen auf die Straße gesetzt werden und das im bitterkalten Winter. Auch die Stadt sollte hier Verantwortung übernehmen und entweder auf XXXLutz einwirken, uns die Nutzung zu überlassen oder eine Ausweichfläche zur Verfügung stellen.
Wenn ihr den Hasenbau unterstützen wollt, schreibt doch XXXLutz oder deren Oberboss Alois Kobler einen netten Brief, setzt euch für mehr Wagenplätze und Freiräume in Leipzig und anderswo ein! Die Verantwortlichen sollen endlich Verantwortung übernehmen!

Die Bewohner*innen des Hasenbaus stehen weiterhin für den Erhalt von grünen Flächen in der Stadt. Für soziales und bezahlbares Wohnen. Für ein naturnahes Leben und das Schaffen von kulturellen Räumen. Daher: Antikapitalistische Freiräume statt profitgierige Großkonzerne! Finger weg von den Wagenplätzen! Hasenbau bleibt!