Solidarität mit der Besetzung gegen Antisemitismus im La Casa Berlin

Anmerkung der Moderation: Der Text und das Solifoto bezieht sich auf einen gewaltvollen innerlinken Konflikt rund um das AJZ Kita / La Casa in Berlin. Zwei konträre Schilderungen der Geschehnisse finden sich hier und hier.

Die Hemmungen sind gefallen. Terrorapologeten jedweder Couleur greifen inzwischen alles an, was sich ihrem geschichtsrevisionistischen Wahn widersetzt. Einschüchterung, Hetze und autoritäres Gehabe ersetzen jede politische Auseinandersetzung. Wer so agiert, hat mit Emanzipation nichts mehr zu tun. Das ist keine linke Politik – das ist der Rückfall in stalinistisch-autoritäre Muster.

Gerade jetzt braucht es eine Linke, die sich ihrer historischen Verantwortung bewusst ist: gegenüber der deutschen Vergangenheit, gegenüber jüdischem Leben in Deutschland und weltweit und gegenüber jedem Versuch, Antisemitismus unter vermeintlich progressiven Parolen salonfähig zu machen. Schweigen ist keine Option. Relativierung auch nicht.

Wer den Mord an Jüdinnen und Juden feiert, entschuldigt oder relativiert, hat jeden Anspruch verwirkt, sich auf emanzipatorische Politik zu berufen. Es ist vollkommen unerheblich, welche Fahne getragen, welche Parolen gerufen oder welche Identität beansprucht wird. Antisemitismus bleibt Antisemitismus. Immer.

Für antisemitische Positionen darf es in linken Strukturen keinen Raum geben. Sie gehören benannt, politisch isoliert und konsequent aus unseren Zusammenhängen ausgeschlossen. Nicht aus Opportunismus. Nicht aus taktischen Erwägungen. Sondern weil Antisemitismus mit linker Politik unvereinbar ist.

Israelsolidarität und Solidarität mit jüdischem Leben sind keine Randthemen und keine Verhandlungsmasse. Sie sind ein Prüfstein jeder emanzipatorischen Politik. Wer daran scheitert, stellt sich selbst außerhalb der Linken.

Unsere Verantwortung ist es, Antisemitismus überall dort entgegenzutreten, wo er auftritt – kompromisslos, unmissverständlich und ohne jede falsche Rücksichtnahme.