Left in Darkness

Die erste „Left in Darkness“ Veranstaltung stand im Zeichen des 7.Oktobers – sie bildete eine Art Auftakt zum Verlassen der Schockstarre.

Über zwei Jahre sind seither vergangen – die damaligen Befürchtungen wurden in mancherlei Hinsicht übertroffen. Insbesondere die linke Sphäre war massiven Verwerfungen ausgesetzt.

Während die Rechte längst vom Kulturkampf in die Machtübernahme gewechselt ist, scheint sich die Linke irgendwo zwischen Dogma, Ressentiment und Orientierungslosigkeit zu zerreiben. Einige verklären autoritäre Kräfte als anti-imperialistisch, andere gehen konkrete oder ideelle Bündnisse mit Nationalisten, Islamisten, Despoten, Menschenrechtsfeinden und andersgestaltigen Rechten ein. Kämpfe gegen Rassismus und Kämpfe gegen Antisemitismus werden zunehmend antagonistisch in Stellung gebracht.

Ohne wenn und aber am Kampf gegen jede Menschenfeindlichkeit festzuhalten ist heute keine linke Selbstverständlichkeit mehr.
Gerade die Hinwendung zu antisemitischen Akteuren und Narrativen ist ein besonders eindrückliches Symptom der Kapitulation innerhalb eskalierender Krisendynamik.
In ohnmächtiger Konfrontation mit autoritärer Wende, kapitalistischen Krisen und der Klimakatastrophe scheint der Linken der gemeinsame Boden abhanden gekommen.

Doch in Zeiten solcher globalen und existenziellen Bedrohungen stellt sich die Frage nach einem linken Grundkonsens besonders dringend. Wir wollen mit dieser Diskussionsveranstaltung diesen Weg beschreiten, indem wir nach einem gültigen Antifaschismus fragen.

Solch eine Auseindersetzung, so glauben wir, kann weder über nationale Diskurse noch Szenedebatten geführt werden, ohne in Sackgassen zu landen.
Zugleich erfahren wir wie andere Linke, die auf einen universellen Antifaschismus beharren, so etwas wie politische Einsamkeit.

Deshalb wollen wir mit Genoss*innen aus Frankreich, Belgien und Italien über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und die Frage diskutieren, welche Bündnisse es für eine übernationale Erneuerung der Linken braucht.

9. Mai 2026
Einlass: 17.30 Uhr
Beginn: 18 Uhr

Franz-Mehring-Platz 1, Münzenbergsaal, Berlin