Solidarische Parteinahme für mata, AFK und Kracher
Solidarität erfordert kritischen Widerspruch.
Den „Students for Palestine“ (SfP) und ihren Friends vom „Offenen Antifa Treffen Hannover“ (OAT) ist das offenbar unbekannt.
Anders ist ihre Beteiligung an der misogynen Hetzkampagne gegen mata, AFK (Autonomes
Feministisches Kollektiv) und Veronika Kracher nicht zu erklären. Oder?
Während Kracher am 5. Dezember 2025 auf Einladung von mata und AFK über die Verbindung antifeministischer, männlicher, rassistischer und antisemitischer Online-Netzwerke in bester antifaschistischer Manier aufklärte, fühlten sich SfP und OAT offenbar von diesem Vortrag provoziert.
Das OAT fand – ganz zufällig – ein Transpi, auf dem offen zur Gewalt gegen Kracher aufgerufen wurde, und präsentierte dies stolz auf Instagram. Das SfP ging noch einen Schritt weiter und griff direkt die feministischen Gruppen mata und AFK an. Beide begründeten dies mit einer angeblichen Kritik an Kracher: Diese ,Kritik‘ startete mit der Infragestellung der sexuellen Gewalt, die israelische Frauen* am Siebten Oktober erlitten.
Und warum das Ganze? Nun ja, SfP (in der Tradition der PFLP [Popular Front for the Li-
beration of Palestine/ Volksfront zur Befreiung Palästinas; d. Red.]) und das OAT (in der Tradition der SED [Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, marxistisch-leninistische Regierungspartei der ehem. DDR; d. Red.]) fühlen sich dem Kampf gegen den Zionismus verpflichtet. Dass dieser Kampf stets auch auf antisemitische Motive zurückgriff, ist nicht neu. Dazu passt auch, dass sich SfP und OAT in ihrem antisemitisch-paranoiden Wahn überall von Zionist*innen umzingelt fühlen.
Schließlich sei die feministische Arbeit von mata und dem AFK nur Deckmantel „für die
eigene zionistische Agenda“. Wer die Notwendigkeit jüdischer Widerstandsfähigkeit aus antifaschistischer Perspektive anerkennt oder sich antisemitismuskritisch engagiert, gilt in den nur „Schwarz-Weiß“ sehenden Augen von SfP und OAT als politisches Feindbild. Zwischentöne oder israelisch-palästinensischer Dialog?
Gibt es nicht. So kann man auch munter zum Boykott gegen Israel aufrufen und BDS (Boy-
cott, Divestment and Sanctions) supporten. Dass die BDS-Kampagne die israelisch-palästinensische Graswurzelbewegung „Standing Together“ zu zionistischen Agent*innen
erklärt, während diese Proteste gegen die Hamas und Netanyahu organisieren, zeigt, wie weit man sich in diesen Kreisen vom linksradikalen Verständnis einer streitenden und Widersprüche aushaltenden Bewegung entfernt hat.
Wer offen zur Gewalt gegen Feminist*innen, Frauen*, Queers und Linke aufruft, ist
eine Gefahr. Wir warten nicht, bis Genoss*innen im Krankenhaus liegen. Wir stellen uns
gegen autoritäre Gruppen, streiten für eine antiautoritäre Linke in Hannover und stehen solidarisch hinter mata und dem AFK.
Wir sagen: SfP und OAT, verpisst euch, raus aus linken Räumen!
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Solidarität mit Mata und dem AFK – Statement vom Kollektiv gegen Antisemitismus
Dass Students for Palestine Hannover (SfP) seit einiger Zeit massiv linke Gruppen angeht und aus Bündnissen drängt, die von ihnen als „zionistisch“ gelabelt werden, haben wahrscheinlich einige von euch bereits mitbekommen.
Vielleicht auch, dass dabei immer wieder insbesondere die FLINTA* Gruppen Autonomes Feministisches Kollektiv (AFK) und Mata zum Ziel ihrer Anfeindungen werden.
Unter anderem auf Initiative von SfP wurde beiden Gruppen beispielsweise eine Zusammenarbeit im 8.-März-Bündnis verweigert.
SfP verbreitet gezielte Desinformationen über linke Gruppen, um antisemitismuskritische Positionen zu diskreditieren und aus linken Zusammenhängen zu drängen.
Das Verhalten von SfP ist schon länger nur schwer zu ertragen, aber jetzt haben sie
endgültig eine Grenze überschritten. Am 5.Dezember 2025 verkündeten SfP auf ihrem
Instagram Account:
„… ihre Taten und Ideologien machen Mata und das AFK zu Faschist*innen. Behandelt
sie auch so!“
Beide Gruppen hatten an diesem Tag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Riot statt Rosen“ für einen Vortrag zum Thema: „Incels, Alphas, Bosstransformationen – Soldatische Männlichkeit und digitaler Faschismus“ Veronika Kracher als Referent*in in die Sturmglocke eingeladen. Veronika Kracher arbeitet unter anderem auch zum Thema Antisemitismus und ist mit der Zeit zu einer Projektionsfläche der vermeintlich propalästinensischen Szene geworden.
Am Abend der Veranstaltung wurde (am falschen Ort) vor der Glocksee ein Banner mit dem Schriftzug: „Rassisten umkrache(r)n! Antifa 0511“ aufgehängt.
Entdeckt wurde das Banner vom Offenen Antifa Treffen (OAT), die es sogleich bei Insta geteilt und mit einer „Hörenswerten Kritik“ an der Referent*in geschmückt haben. Dadurch wurde sich unmissverständlich positiv darauf bezogen.
Als radikale Linke müssen wir unterschiedliche Positionen zum Thema Israel/Palästina aushalten.
Was wir nicht aushalten müssen, sind Gewaltaufrufe gegen unsere Gefährt*innen. Wir werden uns nicht von dieser pseudolinken Gruppe einschüchtern lassen! Students for Palestine haben in linken Strukturen nichts mehr verloren!
Solidarität mit Mata, dem AFK und Veronika Kracher!