Anarchistische Beteiligung an den Sozialprotesten
Am 26.09. haben wir uns an den Sozialprotesten, zu denen die DGB aufgerufen hat, beteiligt. Dabei waren wir Teil des Anarchistischen/Antifaschistischen Blocks.
Wir stehen dem DGB grundsätzlich feindlich gegenüber, da er nicht die Interessen unserer Klasse vertritt, sondern versucht die gegensätzlichen Klassen der Arbeitenden und ihren Ausbeutern in der sog. “Sozialpartnerschaft” zu vereinigen. Hauptrednerin der Demonstration für „einen starken Sozialstaat“ war Elke Hannack – Mitglied des CDU Landesvorstand in Berlin. Dass sich eine Berufspolitikerin der Partei, die die aktuellen Reformen durchbringt, am vermeintlichen Gegenprotest beteiligt, zeigt die Zahnlosigkeit und heuchlerische Staatstreue der DGB deutlich.
Hier wurde nur zum Schein für Verbesserungen der arbeitenden Klasse demonstriert.
Dieses läppische Auftreten zeigt mal wieder: Die DGB ist eine Organisation, welche die Gesellschaft befrieden und jeglichen Widerstand im Kern ersticken soll.
Gerade wegen unserer Feindschaft haben wir uns an den Sozialprotesten beteiligt: Für die Revolution, gegen die Kriege und gegen den sozialen Frieden. Unser Ziel war also, den konsequenten Klassenkampf im Demonstrationszug zu verbreiten.
Um diesen Klassenkampf in Angriff zu nehmen, haben wir eine Einladung für ein Offenes Anarchistisches Treffen am 11.10. verteilt und bewusst Umstehende aller Altersgruppen angesprochen und sie eingeladen sich zu beteiligen. Weitere Infos zu diesem Treffen werden wir bald veröffentlichen. Teilweise konnten wir auch mit den Umstehenden über unsere Positionen diskutieren. (Wir freuen uns immer über Kritik, auch über E-Mail!)
Wir konnten unseren Unmut über die Befriedungspolitik von DGB auf die Straße bringen, sowie eine heuchlerische Rede einer CDU-Politikerin stören, auch wenn viele Leute unser Verhalgen als respektlos ansahen. (Wie respektlos es uns Arbeitenden gegenüber ist, dass eine Politikerin spricht, die Teil dieser Reformen ist, hat sich kaum einer gefragt. Würde Frau Hannack wirklich und konsequent gegen den Reformkurs sein, dann müsste sie sofort aus ihrer Partei austreten.)
Konsequentes Handeln wird immer unter Druck gesetzt werden und als störend empfunden werden. Doch hätten wir unser Handeln (z.B. durch weitere Flyer) besser erklären müssen. Trotzdem konnten wir mit Einigen, die wir provoziert haben, ins Gespräch kommen und ihnen unsere Position näherbringen.
Allgemein waren viele Leute sehr zornig und frustriert, leider hat sich der Frust mancher Anwesenden an uns ausgelassen. Die Erfahrung in anderen Kämpfen hat uns gezeigt, dass Leute die aus der Reihe tanzen, immer die Wut und den Frust abkriegen, da sie als “Nestbeschmutzer” gebrandmarkt werden. Es ist wohl auch diesmal eher ein Zeichen, dass wir uns bemerkbar gemacht haben.
Jetzt ist es an der Zeit unser Handeln zu erklären und mit an den Sozialprotesten interessierten Menschen ins Gespräch zu kommen, wir Anarchist*innen haben nun ihre Aufmerksamkeit.
Anarchistischer Bund Leipzig