Mobilisierung der Oberstufenschüler aus den Arbeitervierteln: Wo bleiben die Autonomen?

Seit einer Woche nehmen die Blockaden von Schulen im Großraum Paris zu. Die Mobilisierung der Oberstufenschüler breitet sich nun auf ganz Frankreich aus (insbesondere in Grenoble, Lyon und Lille). Nach ihren Aussagen prangern die Jugendlichen die miserablen Lernbedingungen an und stellen einen Zusammenhang her zwischen diesen und der repressiven Politik der Schulen in Bezug auf Verspätungen – obwohl die Schüler mit den Schwierigkeiten im öffentlichen Nahverkehr zu kämpfen haben –, in Bezug auf die Kleidung (Crocs, Kopftuch) und in Bezug auf die Nutzung von Handys („Wir haben nicht dieselben Prioritäten“ – so ein Oberstufenschüler).

Dennoch haben wir bis heute nichts von ernsthaften Versuchen der Autonomen gehört, die Mobilisierung zu unterstützen. Warum? Ist ihr Kampf nicht rein genug oder entspricht er nicht unseren Anforderungen? Zweifellos resultiert dies eher aus unserer sozialen und ethnischen, d. h. klassenbezogenen Entfremdung von der Jugend in den ghettoisierten Stadtvierteln der Republik.

Dabei geht es doch einfach nur darum, hinzugehen und zu versuchen, es wirklich zu verstehen. Was brauchen sie? Lasst uns sie fragen. Wie können wir ihnen helfen? Schauen wir uns an, was sie tun und sagen. Worauf warten wir noch? Die Bewegung ist bereits seit einer Woche im Gange, mit Hunderten von Jugendlichen in Aktion und einer polizeilichen Repression, die den Bewohnern der Arbeiterviertel nur allzu vertraut ist: Festnahmen, Tränengas- und LBD-Einsätze, Überpräsenz der Polizei im öffentlichen Raum.

Nach dem, was die Jugendlichen uns sagen, suchen sie Unterstützung, insbesondere finanzielle und im Umgang mit der polizeilichen und justiziellen Repression. Parallel dazu sind die professionellen Aktivisten vom Typ RP, NPA und LFI vor Ort, um sie zu unterstützen (mediale Präsenz, aber auch vor Ort). Was wir Besseres anbieten können, ist eine Frage, die es zu diskutieren gilt, auch wenn sie die Schüler selbst kaum beschäftigt. Was sie wollen, ist Veränderung, und das ist die zentrale Frage, die sie sich derzeit stellen. Wir sind im Verzug, lassen wir uns diesen Moment nicht entgehen.

Am Lycée Utrillo haben die Schüler diese Erklärung verfasst, die wir im Wortlaut wiedergeben, um die allgemeine Unzufriedenheit an den Schulen zu verdeutlichen:

„Hallo an alle! Wir, die Schüler des Lycée Maurice Utrillo, erheben heute unsere Stimme für unsere Rechte. Das ganze Jahr über arbeiten wir unter schlechten Bedingungen; ihr zwingt uns, früh aufzustehen, und am Ende fehlt es an Personal. Heute erheben wir unsere Stimme für gute Gründe:
Wir haben rassistische und sexistische Lehrer,
die Toiletten sind unhygienisch und voller Wanzen,
in der Kantine gibt es nur Mist zu essen,
und wenn wir uns beschweren, sagt man uns, Zitat: ‚Wenn es uns nicht passt, müssen wir eben zu Hause bleiben.‘

Von unseren Stundenplänen reden wir gar nicht erst – Schüler, die von 8 Uhr bis 19 Uhr auf einem Stuhl sitzen – findet ihr das normal? Das Gymnasium bricht vor euren Augen zusammen, aber ihr kümmert euch lieber um unsere Handys und darum, wie wir uns kleiden. Findet ihr das normal?“

Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 auf Paris Luttes Info, ins Deutsche übersetzt von Bonustracks.

https://paris-luttes.info/mobilisation-chez-les-lyceens-des-21205?lang=fr