Mauer an „Graffiti-Straße“ im Leipziger Westen eingestürzt – 14-Jähriger verletzt
In Plagwitz ist an der „Graffiti-Straße“ eine zehn Meter lange Mauer eingestürzt. Ein 14-Jähriger wurde dabei verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Weil eine weitere Mauer in dem Areal einsturzgefährdet ist, wurde der Weg gesperrt. So geht es weiter.
An einem der wichtigsten Orte für die Leipziger Graffiti-Szene gibt es offenbar massive Sicherheitsprobleme. An einem Fuß- und Radweg, der in Plagwitz die Gießerstraße und die Naumburger Straße verbindet, ist eine etwa zehn Meter lange Mauer eingestürzt. Weil eine weitere Mauer einsturzgefährdet ist, hat die Stadt Leipzig einen Teil des Weges – auch als „Graffiti-Straße“ bekannt – gesperrt.
Zum Einsturz der Mauer in der Nähe der Naumburger Straße war es bereits am 14. Juli gekommen. Dabei wurde ein 14-Jähriger, der sich an der Mauer aufhielt, so schwer verletzt, dass er in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Wie es zum Einsturz der Mauer kam, ist noch unklar. Nach Angaben der Polizei sei dies Teil der laufenden Ermittlungen. Weitere Angaben seien nicht möglich, teilt eine Sprecherin mit. Zeugenvernehmungen stünden noch aus.
Fest steht: Das Leipziger Amt für Bauordnung und Denkmalpflege (ABD) hat anschließend nicht nur die eingestürzte Mauer abgesperrt, sondern auch eine weitere einsturzgefährdete Mauer in dem Areal ausgemacht. Die Folge: In der Nähe der Gießerstraße ist der Fuß- und Radweg nun komplett gesperrt.
Das ABD habe mit dem Eigentümer Kontakt aufgenommen, teilt eine Rathaussprecherin mit. Er sei aufgefordert worden, die Schadstelle unverzüglich zu beseitigen und die gebotene Sicherheit für Leib und Leben wiederherzustellen.
Zum Hintergrund: Eigentümerin des Fuß- und Radweges, der von der Naumburger Straße Richtung Osten verläuft und sich dann in den jetzt gesperrten nördlichen und einen südlichen Zweig teilt, ist die Stadt Leipzig.
Die eingestürzte und die einsturzgefährdete Graffiti-Mauer gehören zu Gebäuden der sogenannten Plagwitzer Höfe. Eigentümer ist die von Bauunternehmer Christoph Gröner kontrollierte CGRE AG. Der Sachverhalt werde derzeit geprüft, hieß es von dort am Mittwoch. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir uns hierzu nicht weiter äußern.“
Deswegen ist unklar, wie es weitergeht. Am Mittwoch waren Sachverständige vor Ort, um die eingestürzte Mauer zu begutachten und die Standsicherheit der einsturzgefährdeten Mauer zu prüfen.
Fuß- und Radweg könnte noch mehrere Wochen lang gesperrt bleiben
Nicht ausgeschlossen ist, dass der Fuß- und Radweg noch mehrere Wochen lang gesperrt bleibt. Wie die Stadt Leipzig mitteilt, werde der Eigentümer zunächst angehört und aufgefordert, die öffentliche Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen. Dies könne etwa vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen, heißt es.
Sollte der Eigentümer nicht tätig werden, kann die Stadt ein Zwangsgeld verhängen. Im äußersten Fall würde die Verwaltung per sogenannter Ersatzvornahme selbst tätig werden und sich das Geld für die Arbeiten später von den Eigentümern zurückholen.