Leipzig eröffnet Unterkunft für obdachlose Frauen

In Leipzig öffnet ein neues Übernachtungshaus für obdachlose Frauen in der Georg-Schumann-Straße seine Türen. Die Stadt reagiert damit auf die wachsende Nachfrage nach sicheren Unterkünften.

Mehr Schutz für wohnungslose Frauen: Am 5. Mai eröffnet die Stadt Leipzig nach eigenen Angaben ein neues Übernachtungshaus in einem ehemaligen Hotel in der Georg-Schumann-Straße. Nach zweijähriger Sanierung werden damit zusätzliche Kapazitäten geschaffen, um der steigenden Nachfrage zu begegnen.

Ein Übernachtungshaus für obdachlose Frauen gibt es in Leipzig bereits. Die Unterbringung in der Südvorstadt war insbesondere in den Wintermonaten aber regelmäßig ausgelastet. Die Stadt hatte daraufhin mit dem Träger Advent-Wohlfahrtswerk e. V. nach einer Alternative gesucht und schließlich das ehemalige Hotel in der Georg-Schumann-Straße 268 gefunden. 2024 kaufte die Stadt das Haus für 2,7 Millionen Euro und richtete es danach für rund 168.000 Euro für die zukünftige Nutzung her.

Unterbringung und soziale Betreuung

Frauen sollen hier in Zukunft nicht nur sicher untergebracht, sondern auch sozial betreut werden. Ziel sei es, ihre individuelle Lebenssituation nachhaltig zu stabilisieren und ihnen Wege aus der Obdachlosigkeit zu eröffnen. Viele der Bewohnerinnen würden sich in komplexen Lebenslagen befinden. Die Unterstützung müsse deshalb gezielt und bedarfsgerecht sein.

Damit das Übernachtungshaus für alle offensteht, werden künftig ein barrierefreier Zugang und barrierefreie Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen. Das bisherige Gebäude in der Scharnhorststraße 27 soll weiterhin für die Wohnungsnotfallhilfe genutzt werden.

Mehrere Unterkünfte für Obdachlose in Leipzig

Obwohl Frauen laut Statistischem Bundesamt rund 43 Prozent der wohnungslosen Menschen ausmachen, sind sie im öffentlichen Raum seltener sichtbar. Sie leben häufiger in der sogenannten verdeckten Obdachlosigkeit und kommen bei Verwandten oder Bekannten unter. Diese prekären Wohnverhältnisse führen jedoch oft in eine gefährliche Spirale aus Abhängigkeit und Missbrauch.

2024 übernachteten laut dem Leipziger Sozialreport 2470 Personen mindestens einmal in städtischen Notunterbringungen. Knapp 25 Prozent davon waren Frauen. Um den deutlich größeren Bedarf an Unterbringungen für Männer zu decken, gibt es in Leipzig insgesamt drei Möglichkeiten zu übernachten: in Leutzsch, Dölitz und Kleinwiederitzsch.

Für wohnungslose drogenabhängige Personen sind auf der Chopinstraße und der Braunstraße zwei Notunterbringungen eingerichtet. Tagsüber können Wohnungslose die „Insel“ in der Plautstraße, die „Leipziger Oase“ in der Nürnberger Straße oder die Bahnhofsmission besuchen.