Brennende E-Autos in Connewitz: LKA ermittelt wegen politischer Tat und sucht Zeugen
Nachdem mehrere Fahrzeuge der Stadtwerke in Brand gesetzt wurden, ermittelt inzwischen das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des Landeskriminalamtes. Auf der Plattform indymedia.org wurde ein mögliches Bekennerschreiben veröffentlicht.
Nach dem Brand von vier E-Autos der Leipziger Stadtwerke am Dienstag in Connewitz hat inzwischen das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) die Ermittlungen übernommen. „Wir können eine politische Motivation für die Tat nicht ausschließen“, teilte LKA-Sprecher Kay Anders mit.
Das LKA sucht auch nach Zeugen, die in der Nacht zu Dienstag gegen vier Uhr und in den Nächten vor der Tat in der Eichendorffstraße in Connewitz „verdächtige Personen und/ oder Fahrzeuge gesehen oder sonstige relevante Feststellungen getätigt haben“, wie es am Mittwoch hieß. Auch entsprechende Wahrnehmungen in den sozialen Medien, insbesondere im Nachgang der Tat, könnten bei den Ermittlungen helfen, hieß es. Wer Hinweise zur Tat geben könne, solle sich beim LKA unter der Nummer … melden.
Mögliches Bekennerschreiben aufgetaucht
Auf einer als linksextremistisch eingestuften Plattform war am Dienstagmorgen, knapp vier Stunden nach Bekanntwerden der Autobrände, ein mögliches Bekennerschreiben veröffentlicht worden. Der anonyme Verfasser bezieht sich darin auf die Pläne von Leipzigs Wirtschaftsbürgermeister Clemens Schülke (CDU), Rüstungsindustrie in der Messestadt ansiedeln zu wollen.
„Um klar zu machen, dass wir uns der Militarisierung in Leipzig entgegenstellen und der Logik des Krieges der Staaten immer verweigern werden haben wir gestern Nacht die Stadt Leipzig mit 4 Grillanzündern auf 4 Vorderreifen um 4 Autos gebracht“, heißt es in dem Bekennerschreiben (Fehler im Original). Der oder die Verfasser kündigen dort zudem weiteren „Widerstand“ an.
Laut des LKA-Sprechers sei den Ermittlern der Beitrag bekannt. „Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Auskünfte geben“, sagte der Sprecher.
Brandstiftung in Connewitz: 200.000 Euro Sachschaden
Nach Angaben der Polizei seien Anwohner in der Eichendorffstraße am Dienstagmorgen gegen 4 Uhr durch laute Hup- und Knallgeräusche geweckt worden. Als die Feuerwehr eintraf, standen die E-Autos auf dem Parkplatz der Stadtwerke bereits in Vollbrand.
Mit Wasser und Schaum sowie unter Atemschutz löschte die Einsatzkräfte die Pkw. Es entstand ein Schaden in Höhe von 200.000 Euro. Verletzt wurde laut LKA niemand. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung eingeleitet.
In der Eichendorffstraße hatten erst im Juli 2025 zwei E-Autos gebrannt. Im März dieses Jahres brannte außerdem ein Elektrofahrzeug in der Arno-Nitzsche-Straße.