25 Menschen vom Airport Leipzig/Halle nach Afghanistan abgeschoben
Die Bundespolizei hat 25 Männer vom Flughafen Leipzig/Halle aus nach Afghanistan abgeschoben. Der Flieger hob in der Nacht zu Dienstag ab. In der Maschine saßen auch drei Afghanen aus Sachsen.
In der Nacht zum Dienstag ist erneut ein Abschiebeflug mit Männern aus Afghanistan vom Flughafen Leipzig/Halle aus gestartet. Der Charterflieger brach kurz nach Mitternacht mit 25 straffällig gewordenen Personen nach Kabul auf. Zuvor hatte der „Spiegel” berichtet.
Der Airbus A320 landete nach einem kurzen Zwischenstopp im türkischen Trabzon am Dienstagmorgen in Kabul, wo die abgeschobenen Afghanen an die islamistischen Taliban übergeben wurden. Die mitreisenden Bundespolizisten reisten dann mit derselben Maschine wieder nach Deutschland zurück.
Auch Straftäter aus Sachsen abgeschoben
Nach „Spiegel”-Information handelt es sich bei den abgeschobenen Personen ausschließlich um Männer. Der Großteil sei direkt aus der Haft zum Airport Leipzig/Halle gebracht worden. Die Männer saßen den Angaben zufolge wegen verschiedener Delikte ein, darunter Diebstahl, Drogenhandel, Gruppenvergewaltigung, Totschlag, Geiselnahme und politisch motivierte Kriminalität.
Die Abgeschobenen stammten aus 13 Bundesländern. Wie das sächsische Innenministerium mitteilte, befanden sich drei ausreisepflichtige Afghanen aus dem Freistaat im Flugzeug. Sie seien wegen unterschiedlicher Delikte verurteilt worden, unter anderem wegen Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit.
Es handelt sich bereits um die dritte Sammelabschiebung nach Afghanistan seit dem Beginn der Regierungszeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Zuletzt war im Februar von Leipzig aus ein Abschiebeflug mit rund 20 Afghanen gestartet. Im Jahr werden in Sachsen rund 900 Menschen abgeschoben.
2025 gab es zudem mehr freiwillige Ausreisen, als erzwungene Abschiebungen. Innenminister Armin Schuster erklärte: „Die sehr guten und intensiven Rückkehrberatungen der Experten in der Landesdirektion und den Ausländerbehörden tragen maßgeblich dazu bei, dass mit der freiwilligen Ausreise zunehmend die für alle Beteiligten verträglichste Form der Rückkehr stattfindet“, so Schuster weiter.
Viele Abschiebungen scheitern jedoch auch. So zum Beispiel, weil die Ausreisepflichtigen nicht auffindbar sind oder sich Piloten weigern, die Flüge anzutreten.
465 ausreisepflichtige Afghanen leben in Sachsen
Sachsen hat nach Angaben des Innenministeriums seit August 2021 insgesamt sieben Personen über den Flughafen Leipzig/Halle mit drei Flügen abgeschoben.
Die Abgeschobenen waren alleinstehende, strafrechtlich verurteilte Männer im erwerbsfähigen Alter. Nach dem Ausländerzentralregister sind mit Stand vom 31. März 2026 insgesamt 465 afghanische Staatsangehörige in sächsischer Zuständigkeit ausreisepflichtig.