Aus für „Lenes Tauscho“: Grundstückseigentümer fordert Abbau

Bis Ende April soll der Container in Reudnitz endgültig verschwinden. Auf dem Grundstück soll eine Schule entstehen. Der Initiator zieht sich zurück und dankt allen Helfern und Spendern.

Der Kleidertausch-Schrank „Lenes Tauscho“ im Lene-Voigt-Park steht vor dem endgültigen Aus. Bis 30. April soll der Container in der Eilenburger Straße abgebaut sein. Betreiber Aaron Krautheim hat dazu die schriftliche Aufforderung vom neuen Grundstückseigentümer bekommen.

„Die Diakonie möchte auf dem Grundstück eine Schule errichten und will wohl demnächst mit Baumaßnahmen beginnen. Ich bin grundsätzlich fein damit, das Projekt zu diesem Anlass abzuschließen“, sagt der Initiator gegenüber der LVZ. Als Student hatte er den Tauschschrank im Herbst 2021 initiiert.

Dank an Helfer und Unterstützer

Die Beräumung des Unrats und den Abbau des Schrankes will Aaron Krautheim kommende Woche in Angriff nehmen. Zuvor bedankt sich der Leipziger aber bei allen, die ihn bislang unterstützt haben: Spenderinnen und Spender, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie alle, die mit angepackt und das Areal immer wieder aufgeräumt haben.

Die Tauschbox sollte ein Anlaufpunkt im Leipziger Osten sein, an dem Menschen ganz unkompliziert nicht mehr benötigte Dinge ablegen und Bedürftige sie kostenlos mitnehmen können. Jederzeit frei zugänglich, ohne Öffnungszeiten und ohne Betreuung. Zuvor wurden solche Dinge dort einfach an den Zaun gehängt.

Vermüllung, Zerstörung, Brandstiftung

Doch so gut die Idee gemeint war, sah es in der Praxis anders aus. Immer wieder wurden die Tauschbox und ihr Umfeld vermüllt, zerstört oder in Brand gesetzt. Kleidungsstücke wurden durchwühlt, kurz angeschaut und bei Nichtgefallen einfach auf den Boden geschmissen. Andere Leute stellten Dinge dazu, die auf den Sperrmüll gehört hätten.

Selbst Aaron Krautheim kam schließlich zu der Überzeugung, ein solches Projekt müsse von jemandem betreut werden, der ein Freiwilliges Soziales Jahr beziehungsweise einen Bundesfreiwilligendienst leistet. „Sonst wird es dort immer unordentlich aussehen.“

Mit großem zeitlichen und finanziellen Aufwand und durch Geldspenden konnte „Lenes Tauscho“ trotzdem immer wieder hergerichtet werden. Ein bisschen hat Aaron Krautheim auch jetzt diese Hoffnung: „Gerne können sich Menschen melden, falls sie einen geeigneten neuen Standort für den Schrank kennen oder anbieten möchten.“

Neuer Eigentümer greift durch

Das Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte (BBW), ein diakonischer Bildungsträger, hat das Grundstück im November 2025 gekauft und greift nun durch.

„Auch wenn das Konzept von Tauschcontainern grundsätzlich durch die Stadt Leipzig befürwortet wird, ist die aktuelle Situation vor Ort nicht mehr hinnehmbar“, heißt es in dem Schreiben, das vom Abteilungsleiter Infrastruktur der BBW-Gruppe, Florian Günther, unterzeichnet ist.

Geplant ist auf dem Grundstück der Neubau einer evangelischen Schule für Erziehungshilfe.