30 Jahre Flucht: Ein Fazit

„Ein Abschnitt geht zu Ende, und es ist immer gut, Erlebnisse im Rückblick zu bewerten. Ich hatte eine Weile lang mit dem Gedanken geliebäugelt, die Erfahrungen meiner Jahre auf der Flucht und im Exil als eine Vermittlung für andere in einem Buch zu bündeln. Ich fühlte mich verpflichtet, der Bewegung, der ich angehöre, etwas weiterzugeben. Etwas, das auch anderen nützen könnte, die ähnliche Geschichten erleben. Nach einigen Gesprächen und vielem Nachdenken nehme ich davon Abstand. Zu groß sind die Vorbehalte, dass ich dabei auch Dinge ausplaudern könnte, die den Bullen von Nutzen sein könnten. Nun denke ich zwar grundsätzlich, dass alles, was der Gegner weiß, auch unsere eigenen Leute wissen können, ja sollten. Aber der Grat ist schmal, und letztendlich denke ich, dass sich die Bedingungen und auch die Menschen, die es betreffen könnte, in den letzten Jahrzehnten so sehr geändert haben, dass meine Expertise von keinem großen Nutzen wäre. So beschränke ich mein Fazit auf einige persönliche Betrachtungen.“

30 Jahre Flucht: Ein Fazit