Gevelsberg: AfD-Treffpunkt „Keglerheim“ entglast und mit Farbe verschönert
Wir haben am frühen Dienstagmorgen (07.04.2026) das Gästehaus Keglerheim in der Hagener Str. 78 in Gevelsberg aufgesucht, die Fensterscheiben mit Pflastersteinen zerstört und danach Innenraum und Fassade mit Farbe verschönert.
Im Gästehaus Keglerheim haben wiederholt Veranstaltungen der AfD, beziehungsweise der AfD-Jugend stattgefunden. Am 22. November 2025 war das Keglerheim Austragungsort einer Akademie des NRW-Jugendverbandes (Fotos: https://recherche-nord.com/gallery/2025.11.22.W.html). Am 13. Januar 2026 traf sich die AfD Gevelsberg im Keglerheim zu ihrem Neujahrsempfang. Zuletzt fand hier am Samstag ein weiteres AfD-Treffen statt.
Im Herbst könnte die AfD bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt eine absolute Mehrheit erhalten und damit droht uns die erste AfD-Regierung in einem deutschen Bundesland. Die Inhalte aus dem Entwurf für ein Regierungsprogramm in Sachsen-Anhalt lassen wenig Spielraum: Streichung jeglicher Förderung für sämtliche progressive Projekte und Initiativen, massiver Ausbau von staatlichem Rassismus und eine Rückbesinnung der Gedenkpolitik auf deutsche Helden. Für viele Menschen würde eine solche Politik das Leben unerträglich machen. Zahlreiche gesellschaftliche Entwicklungen würden zurückgeworfen.
Wir müssen nicht auf eine AfD-Regierung warten um diese Entwicklungen in Teilen zu beobachten. Aus zahlreichen Kommunen gibt es Beispiele wie andere Parteien im Rahmen des alltäglichen Brandmauerbruchs zusammen mit der AfD zum Beispiel gegen antirassistische Kulturprojekte stimmten. Während CDU oder SPD dann oft Finanzierungssorgen anführen, geht es der AfD explizit ums Abschaffen: Ihr Ziel ist es solche Projekte verschwinden zu lassen. In AfD-Kreisen existieren sogar Leitfäden für die Kommunalpolitik, wie man Initiativen und Projekte, die nicht in ihr Weltbild passen, das Leben schwer machen kann. Solche Angriffe werden zunehmen. Zeit zu handeln!
Mit mehr als 350 Mitstreiter*innen haben wir im Februar 2025 gegen den Rechtsruck demonstriert. Auch wenn das schon wieder mehr als ein Jahr her ist, haben die großen Demonstrationen doch ein gesellschaftliches Potenzial gezeigt, dass mobilisiert und organisiert werden kann.
Inspiriert durch die Aktion gegen das AfD-Parteibüro im Januar in Gummersbach, wollen wir unsere auch unter das Motto #DankeAntifa stellen. Wir denken das es wichtig ist, sich antifaschistisch zu organisieren und einzugreifen, bevor sich die AfD flächendeckend weiter vernetzen und normalisieren kann.
Die AfD in Gevelsberg erlangte bei der Bundestagswahl im Februar 2025 17,9 Prozent, in einigen Wahlbezirken wurde sie stärkste Kraft.
Bei der Kommunalwahl im September 2025 wurde die AfD mit 14,19 Prozent drittstärkste Kraft. Mit Alexander Maurer (Fraktionsvorsitzender), Markus Hille (stellv. Fraktionsvorsitzender), Stephanie Hille, Dieter Feldhaus, Oliver Müller, Mirco Ludwig sitzen sechs AfD-ler im Stadtrat. Kürzlich forderte Alexander Maurer auf TikTok die „Einführung eines Remigrationministers“ in Gevelsberg.
Die kürzlichen Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben nochmal verdeutlicht, dass sich die AfD in kleinen Städten, Dörfern und auf dem Land, die durch den Wegfall sozialer Infrastruktur geprägt sind, erfolgreich verankern kann. In einem AfD Strategiepapier mit dem Titel „ländliche Raumnahme“ wird explizit dazu aufgerufen Anlaufzentren und Treffpunkte zu schaffen um so direkte Kontakte zu Bürgern zu schaffen.
Wir sehen auch das Gästehaus Keglerheim (geführt von Eduard Beliashov) als einen solchen Treffpunkt.
Schluss damit!
Den Rechten die Räume nehmen!
Für eine lebendige, antifaschistische Kultur.
Gevelsberg bleibt bunt!
Free Maja! Free all Antifas!