Aufruf zur Feministischen Anti-Knastkundgebung vor der JVA Chemnitz

Kommt am feministischen Kampftag nach Chemnitz! – zusammen gegen Knäste, Staat und Patriarchat! Zum 8. März fahren wir auch dieses Jahr wieder zur Frauen JVA nach Chemnitz, um den Menschen im Knast zu zeigen, dass sie nicht alleine und nicht vergessen sind.

Knast bedeutet Isolation, Fremdbestimmung, Armut und Gewalt. Knast soll strafen, abschrecken und „resozialisieren“, also Menschen wieder in die Gesellschaft eingliedern. Allerdings werden damit keinesfalls soziale Probleme gelöst, sondern Ungleichheitsverhältnisse in der Gesellschaft aufrechterhalten und verschärft. So sind es vor allem von Armut und Rassismus Betroffene und Menschen, die sich nicht an das System anpassen können oder wollen, die stigmatisiert, kriminalisiert und hinter Gitter gesperrt werden.

FLINTA*-Personen werden in der Diskussion um Gefängnisse oft einfach übersehen – doch ihre Unterdrückung ist untrennbar mit der Entstehung von Knästen verbunden. Während viele heute nur an Männerknäste denken, hatten die ersten Gefängnisse einen ganz anderen Ursprung: Sie waren Orte, um Prostituierte/Sexarbeiter*innen, Bettelnde und jene, die ihre gesellschaftliche Rolle nicht erfüllten, zu bestrafen und aus dem gesellschaftlichen Sichtfeld zu entfernen. Sie sollten für alle sichtbar machen: Wer sich nicht an das enge Korsett der gesellschaftlichen Norm hält, wird ausgeschlossen. Auch heute noch trifft das Knast-System FLINTA*-Personen besonders hart. Vor allem für Trans*-Personen ist der Aufenthalt im Gefängnis durch die binäre Zuordnung in den jeweiligen Knast und häufig stattfindende Isolation aus angeblichen „Sicherheitsgründen“ massivst diskriminierend.

Das System Knast ist also sowohl in seiner Entstehung als auch in seiner Logik zutiefst patriarchal. Deshalb muss der Kampf gegen das Patriarchat auch ein Kampf gegen alle Knäste dieser Welt bedeuten! Wir wollen daher auch dieses Jahr zum 8. März wieder zur Frauen JVA in Chemnitz fahren und mit unserer Solidarität wenigstens sporadisch und symbolisch die Knastmauern überwinden.

Wir machen die Kundgebung in erster Linie für die Gefangenen. Deshalb wird es vor allem Grußworte und Musik geben. Merkt euch aber schon mal den 31. Mai vor – da ist eine größere Kundgebung mit Konzerten und breiterem Programm geplant.