Den Herrschenden den Saft abdrehen – Richtigstellung

Wir melden uns erneut, weil nach unserer ersten Erklärung vieles bewusst missverstanden oder verzerrt wurde.
Zunächst:
Unser Handeln richtete sich nicht gegen Menschen, sondern gegen eine Infrastruktur, die tagtäglich Menschen, Umwelt und Zukunft zerstört. Energieversorgung ist kein neutraler technischer Vorgang, sondern ein politisches Herrschaftsinstrument. Wer fossile Großanlagen betreibt, entscheidet sich aktiv für Klimazerstörung, für Kriege um Ressourcen und für soziale Ungleichheit.
Gleichzeitig sehen wir die Situation der Menschen vor Ort. Niemand von uns ignoriert, dass der Ausfall von Strom für viele eine reale Belastung bedeutet – insbesondere für Alte, Kranke, Kinder und all jene, die ohnehin am Rand dieser Gesellschaft stehen. Diese Härten sind nicht zufällig, sondern Ergebnis eines Systems, das kritische Versorgung zentralisiert, profitorientiert organisiert und bewusst verwundbar macht. Nicht diejenigen, die angreifen, haben diese Abhängigkeit geschaffen, sondern diejenigen, die sie seit Jahrzehnten aufrechterhalten.
Wenn heute plötzlich von „Verantwortungslosigkeit“ gesprochen wird, dann von denselben Akteuren, die tagtäglich Blackouts, Umweltkatastrophen und soziale Kälte in Kauf nehmen – nur langsamer, leiser und medial besser verwertbar.
Zu den kursierenden Unterstellungen einer angeblichen „False-Flag-Aktion“ eines ausländischen Staates sagen wir klar:
Diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren. Dass Menschen hier vor Ort in der Lage sind, Infrastruktur anzugreifen, passt nicht ins Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden. Also wird ein äußerer Feind konstruiert. Das ist bequem, entlastet und verschiebt die Debatte.
Unsere Motive sind weder geheim noch neu. Sie speisen sich aus jahrelanger Erfahrung mit leerem Klimadiskurs, symbolischer Politik und einer Energieversorgung, die auf Zerstörung basiert. Wer nun behauptet, hinter jeder Form von Sabotage müsse zwangsläufig ein fremder Geheimdienst stehen, verweigert sich der Realität gesellschaftlicher Konflikte im Inneren.
Wir werden uns nicht von moralischer Empörung beeindrucken lassen, die nur dann laut wird, wenn Eigentum betroffen ist.
Die eigentliche Gewalt ist strukturell. Sie wirkt jeden Tag. Sie bleibt meist unsichtbar.
Unsere Intervention ist ein Bruch mit dieser Normalität.
Ob sie verstanden wird oder nicht, liegt nicht bei uns.