Messerangriff auf Kurden in Leipzig

In der Straßenbahn in Leipzig haben zwei Männer aus mutmaßlich antikurdischen Motiven am Montagabend einen Kurden beleidigt und bedroht. Im weiteren Verlauf seien sie ihm aus der Bahn gefolgt und hätten ihn außerhalb mit einem Messer mehrfach verletzt.

Aktuell häufen sich körperliche und bewaffnete Angriffe auf Kurd:innen aus offenbar antikurdischen und islamistischen Motiven in Deutschland und Europa. Ein jüngster Vorfall hat sich am Montagabend in Leipzig ereignet. Nach Beleidigungen und einer verbalen Auseinandersetzung in der Straßenbahn attackierten zwei Männer ihr kurdisches Opfer am „Bayerischen Bahnhof“ außerhalb der Bahn mit einem Messer. Das Opfer wurde im Krankenhaus behandelt, ein Täter festgenommen, der andere konnte fliehen.

Der Angegriffene ist Anfang 30 und stammt aus Ostkurdistan. Mit einem Freund soll er sich am Leipziger Hauptbahnhof zunächst auf Kurdisch unterhalten und dabei über Rojava gesprochen haben. Wahrscheinlich wurden die späteren Täter bereits auf dieses Gespräch aufmerksam.

Hass auf Rojava als möglicher Tathintergrund

Nachdem sein Begleiter sich entfernt hatte, soll der Kurde durch die beiden Männer auf Türkisch und Arabisch beleidigt worden sein. Zudem sollen sie Drohungen geäußert und erklärt haben, Rojava sowie alle Personen, die dieses Projekt unterstützten, „vernichten“ zu wollen.

Die beiden mutmaßlichen Anhänger des selbsternannten syrischen Übergangspräsidenten Al-Scharaa folgten ihrem Opfer an der Haltestelle „Bayerischer Bahnhof“ aus der Straßenbahn und griffen es im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung mit einem Messer an. Der Kurde erlitt mehrere Stichwunden und wurde von Rettungskräften in ein nahegelegenes Krankenhaus zur Behandlung gebracht. Er schwebte nicht in Lebensgefahr.

Einer der mutmaßlichen Täter konnte von der Polizei festgenommen werden. Der 21-Jährige sei syrischer Abstammung und nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der zweite Tatbeteiligte befinde sich hingegen bisher weiterhin auf der Flucht.